Dein-Wunschtermin.de / Kofferraum-Zustellung / Spediteure verärgert über Amazon


Neuer Anbieter für Wunschtermin-Lieferungen

Das Leipziger Unternehmen dein-wunschtermin.de plant in mehreren deutschen Städten die Einführung eines Wunschtermin-Lieferservices. Kunden lassen ihre Onlinebestellungen zunächst an eine zentrale Depotadresse liefern. Dein-Wunschtermin.de sammelt die Bestellungen im Lager und liefert sie zum gewünschten Zeitpunkt aus.

Es sind Zeitfenster von 1 und 2 Stunden möglich, auch abends. Je enger das Zeitfenster, desto teurer die Servicepauschale. Im 1h-Zeitfenster kostet die Lieferung eines Pakets 5,95 Euro. Bringt der Zusteller weitere Pakete mit, kostet jedes weitere nur 2,75 Euro. Im 2h-Zeitfenster liegen die Kosten bei 3,95 Euro fürs erste Paket und 1,45 Euro alle weiteren.

Der Service ist aktuell verfügbar in Leipzig, Dresden, Hannover und Kassel. Folgende Orte sind in Planung: Augsburg, Berlin, Bonn, Bremen, Chemnitz, Cottbus, Cuxhaven, Dortmund, Duisburg, Erfurt, Frankfurt/M., Freiburg i.B., Grimma, Halle/S., Hamburg, Köln, Mainz, Potsdam, Siegen.

DHL testete einen ähnlichen Service vor Jahren mal in Bonn und Köln, hat ihn nach kurzer Zeit aber wieder eingestellt (Name: DHL Depot). Die Österreichische Post ist seit 2019 mit Alles Post am Markt. In Berlin gibt es das lokale Projekt Kiezbote.



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Pilotprojekt von Ford und Hermes: Lieferung in Kofferraum

An der Paketzustellung in den Autokofferraum haben sich schon einige Unternehmen versucht. 2014 preschte Volvo vor und entwickelte auf eigene Faust eine App zur Kofferraum-Öffnung. Es gab aber keinen Paketdienst als Kooperationspartner.

Im Frühjahr 2015 starteten DHL und Audi einen Pilotversuch im Großraum München. Im Herbst 2016 folgte ein weiterer Test von DHL und Smart in Stuttgart. Ob die damals geplante Ausweitung auf Köln, Bonn und Berlin erfolgte, ist unklar. Mittlerweile sind alle Projekte eingestellt. Möglicherweise waren die Kosten zu hoch, weil die Fahrzeuge der Kunden aufwändig mit spezieller Öffnungstechnik nachgerüstet werden mussten.

Einen neuen Anlauf unternehmen jetzt Hermes und Ford in einigen Regionen Großbritanniens. In einer Pressemitteilung heißt es:

"Sobald sich der Hermes-Paketbote in einem Umkreis von 300 Metern zum Kundenfahrzeug befindet, wird der genaue Standort auf seiner Hermes-App angezeigt. In einem Umkreis von 50 Metern muss der Hermes-Paketbote den Barcode auf dem Paket scannen, um einen nur jeweils einmal gültigen Entriegelungs-Code für das Fahrzeug zu erzeugen, so dass er das Paket im Kofferraum des Kundenfahrzeugs sicher deponieren kann. Sollte der Hermes-Paketbote vergessen, danach das Auto per App wieder zu verschließen, wird es innerhalb einer festgelegten Zeit automatisch verriegelt."

Während der Testphase ist der Service für Kunden kostenlos. Voraussetzung ist ein Fahrzeug, das die Ford-Pass-App unterstützt. Im Erfolgsfall könnte das Projekt auf den Versand von Retourenpaketen via Kofferraum ausgeweitet werden.



Spediteure wollen Amazon-Lager nicht mehr beliefern

Die Fachzeitschrift DVZ berichtet über Spediteure, die zu hohe Auflagen bei der Lieferung an Amazon-Logistikzentren beklagen. Deshalb hat das Stückgut-Netzwerk VTL (www.vtl.de) seine Systempartner nun dazu aufgerufen, keine Sendungen mehr anzunehmen, die an Amazon-Lager adressiert sind.

Stückgut wird auf Paletten transportiert. Von der DVZ befragte Spediteure sagten, dass die Paletten im Zieldepot 1 oder 2 Wochen zwischengelagert werden müssen, weil Amazon keine früheren Anlieferslots vergibt. Außerdem sei keine Anlieferung mit Hebebühne erlaubt, und Fahrer warten teilweise stundenlang auf Entladung, obwohl sie pünktlich am Logistikzentrum sind.

"Der Aufwand ist innerhalb der Standardprozesse nicht mehr durchführbar", zitiert DVZ aus einem VTL-Rundschreiben. Spediteure, die Amazon-Lager weiterhin beliefern möchten, können das auf freiwilliger Basis tun.


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