Keine Schlichtung für Firmenkunden / DPD Schweiz: Arbeit von 5 bis 18 Uhr / Weiterentwicklung von IOSS


Geschäftskunden-Pakete nicht geeignet für Schlichtungsverfahren

Der Deutschlandfunk hat über die Deutsche Post berichtet. In dem Artikel wird auch das Verbraucher-Schlichtungsverfahren erwähnt, das neuerdings für alle Paketdienste verpflichtend ist:

"Die Pflicht zur Schlichtung gilt aber nur für bestimmte Versandarten. Sendungen zu 'Sonderkonditionen' sind von der Schlichtung ausgeschlossen. Die aber gelten laut Auskunft der Bundesnetzagentur praktisch immer bei einschlägigen Online-Händlern wie etwa Amazon."

Dieser Aspekt war bislang nicht öffentlich bekannt. Es können also nur Streitfälle privater Absender geschlichtet werden. Pakete von Geschäftskunden sind nicht schlichtungsfähig. Aus Verbrauchersicht ist das halb so schlimm, weil bei Einkäufen in EU-Onlineshops sowieso guter Verbraucherschutz besteht und der Verkäufer das Transportrisiko trägt.


Anzeige


Schweiz: Gewerkschaft überwachte Arbeitszeiten eines DPD-Depots

Mitarbeiter der Gewerkschaft Unia haben am 31.08.2021 überprüft, zu welchen Uhrzeiten DPD-Lieferwagen das Paketzentrum in Rothenburg (nördlich von Luzern) verlassen haben und wieder zurückkehrten.

Die Beobachtung begann um 04:40 Uhr morgens. Offizieller Arbeitsbeginn ist laut Unia um 5 Uhr. Die ersten Lieferwagen verließen das Gelände um 8.07 Uhr, also nach ca. 3 Stunden Beladezeit. Insgesamt wurden ca. 60 abfahrende Lieferwagen gezählt. Die Rückkehrzeiten waren folgende:

  • 14:00 bis 15:30 Uhr: 6 Fahrzeuge
  • bis 16:00 Uhr: +11 Fahrzeuge (17 insgesamt)
  • bis 17:00 Uhr: +20 Fahrzeuge (37 insgesamt)
  • bis 18:00 Uhr: +16 Fahrzeuge (53 insgesamt)

Nach der Rückkehr ins Depot müssen die Zusteller/innen noch ihre Fahrzeuge entladen, was laut Unia-Schätzung eine halbe Stunde dauert. Ein Zusteller sagte zur Gewerkschaft: "Wir arbeiten bis sechs oder sieben am Abend und DPD zahlt nichts, keine einzige Überstunde. Egal wie lange es geht, es gibt immer das gleiche Geld."

Quelle: www.unia.ch



PDDP: Paketdienste entwickeln IOSS-Verfahren weiter

Die International Post Corporation (IPC) mit Sitz in Brüssel arbeitet an der Einführung einer neuen, kundenfreundlichen Zollabfertigung. Das sogenannte PDDP-Verfahren bedeutet Postal Delivery Duties Paid und basiert auf IOSS.

IOSS wurde EU-weit am 1.7.2021 eingeführt. Damit ist es ausländischen Onlineshops möglich, die Umsatzsteuer im Voraus zu bezahlen, so dass dem Empfänger bei Lieferung i.d.R. keine Zusatzkosten entstehen.

Einige Länder berechnen Empfängern für Auslandsbestellungen trotz des IOSS-Verfahrens weiterhin Zollabfertigungsgebühren (Paketda berichtete). Hier kann PDDP wahrscheinlich Abhilfe schaffen. Mit PDDP zahlt der Absender die Einfuhrabgaben plus eine Abfertigungsgebühr an die Post im Zielland. In diesem Fall muss der Empfänger also wirklich nichts extra zahlen.

Für deutsche Kunden hat PDDP vermutlich keine Vorteile, weil DHL auf die Erhebung der 6-Euro-Auslagepauschale bereits verzichtet, wenn der Absender IOSS nutzt.

Quellen: ipc.be | wik.org (PDF) | ipc.be (PDF)


  Zuletzt aktualisiert am   |   Autor:
Anzeige

✉ Verpassen Sie nichts mit dem Paketda-Newsletter: Kostenlos abonnieren per E-Mail oder bei Telegram