Elektroflugzeuge für DHL Express / Zeitungsboten als Paketzusteller

Elektroflugzeug vom Typ Alice im DHL-Design

E-Flugzeuge für DHL: Akku wiegt mehr als die Nutzlast

DHL Express hat 12 Flugzeuge mit Elektroantrieb beim israelischen Hersteller Eviation Aircraft bestellt. Bislang gibt es das Flugzeug vom Typ "Alice" nur als Prototyp. Der erste Flug ist für 2021 geplant. Bis 2024 soll die Zertifizierung bei den Luftfahrtbehörden erfolgt sein und die Auslieferung stattfinden (Quelle: DHL).

Aufgrund der Reichweite von 815 km will DHL Express die E-Flugzeuge auf kurzen Zubringerstrecken einsetzen, das wäre z.B. von Leipzig nach Köln denkbar. Die Maschine kann 1,2 Tonnen Fracht transportieren. Im Vergleich dazu ist der an Bord befindliche Elektroakku drei Mal so schwer; er wiegt 3,6 Tonnen laut Wikipedia.



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Zeitungsverlage wollen in Paketzustellung einsteigen

Den Anfang machten Hermes und die Nordkurier-Mediengruppe in 2019: Damals starteten die Unternehmen eine Verbundzustellung von Hermes-Paketen zusammen mit Briefen des privaten Nordkurier Briefdienstes.

Vielleicht gibt es solche Modelle bald in weiteren Regionen Deutschlands. Fünf Medienhäuser aus Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt loten zurzeit nämlich Möglichkeiten aus, in die Paketzustellung einzusteigen.

Entsprechende Überlegungen gibt es im Rahmen des Kongresses "Smart City Logistik" in Rudolstadt (kongress.smartcitylogistik.de). Laut Pressebericht wird das Kooperationsprojekt wissenschaftlich begleitet und vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert. Quelle: Ostthüringer Zeitung bei www.pressreader.com

Zeitungsverlage stehen seit einigen Jahren unter hohem Kostendruck, weil die Auflagen sinken und Zustellkosten steigen. Im Frühjahr 2021 war unerwartet ein 200 Millionen Euro schwerer Zuschuss der Regierung an deutsche Verlage geplatzt. Mehrere Verlegerverbände zeigten sich darüber schockiert und forderten "die Politik deswegen dringend dazu auf, ab Beginn der nächsten Legislaturperiode eine wirksame Förderung der Zustellung einzuführen". Quelle: www.bvda.de



So berichtete Paketda im September 2019

Hermes und Nordkurier-Briefdienst kooperieren

Unbemerkt von der Öffentlichkeit testet Hermes schon seit Anfang 2019 die Verbundzustellung von Briefen und Paketen in Stralsund und auf der Insel Rügen. Zu diesem Zweck kooperiert Hermes mit der Nordkurier-Mediengruppe aus Mecklenburg-Vorpommern.

Rund 100 Zusteller von "Nordkurier Logistik" sind am Pilotprojekt beteiligt. Jeder von ihnen nimmt täglich 20 bis 30 Hermes-Pakete mit auf Tour, so dass sich eine Gesamtmenge von ca. 3000 ausgelieferten Hermes-Paketen pro Tag ergibt.

Hermes erklärt, dass die Kooperation mit dem Nordkurier "im Hinblick auf die sehr knappen Personalressourcen in der Logistikbranche" für beide Unternehmen ein wichtiger Schritt sei. Außerdem hebt Hermes die positiven Effekte für die Umwelt hervor: Täglich werden bis zu 30 Ausliefertouren eingespart, es seien also "30 Transporter weniger auf den Straßen unterwegs, was zu einer erheblichen Verbesserung der Umweltbilanz führt." Quelle: newsroom.hermesworld.com.

In der gleichen Mitteilung sagt Nordkurier-Geschäftsführer Lutz Schumacher allerdings, dass sein Unternehmen aufgrund der Kooperation 30 neue Arbeitsplätze geschaffen habe. Das klingt nach einer Milchmädchen-Rechnung: Hermes spart 30 Mitarbeiter ein, aber Nordkurier stellt die gleiche Anzahl neu ein. Unklar ist, ob die 30 neuen Mitarbeiter in der Zustellung tätig sind. Dann wäre der Umwelteffekt durch eingesparte Touren nämlich auch dahin.

Laut Hermes wird aktuell geprüft, ob die Verbundzustellung auf weitere Städte in Mecklenburg-Vorpommern ausgeweitet wird. Der Nordkurier schreibt in einem eigenen Bericht, dass eine Ausweitung auf die Stadt Waren an der Müritz bereits beschlossen sei.


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