Paket-Zusatzversicherung von Secursus nicht empfehlenswert

Screenshot von Secursus.com
Das französische Unternehmen Secursus (www.secursus.com) bietet seit einiger Zeit auch deutschen Kunden eine Paket-Zusatzversicherung an. Die Gebühr beträgt 1% des gewünschten Versicherungswertes.

Preisbeispiele:

  • Eine Paketversicherung bis 1.000 Euro kostet 10 Euro.
  • Eine Absicherung bis 5.000 Euro kostet 50 Euro
  • Eine Absicherung bis 25.000 Euro kostet 250 Euro.

Der maximale Versicherungswert beträgt 100.000 Euro. Ausnahme: Hermes-Pakete sind bis max. 1.000 Euro versicherbar. Versicherungsbedingungen hier.

Die Secursus-Versicherung muss bis spätestens 23:59 Uhr des Versandtages abgeschlossen werden. Alle gängigen Paketdienste werden akzeptiert, sofern die Ablieferung gegen Unterschrift erfolgt. Die Versicherung gilt für nationale wie internationale Pakete. Einige Zielländer mit Kriegen oder Korruption sind ausgeschlossen, darunter auch Russland.

Erster Nachteil: Die Versicherung gilt nur 14 Tage nach dem Abschicken. Man darf also keine langsame Versandart nutzen, weil der Versicherungsschutz dann mitten im Transport enden würde. In den Secursus-Bedingungen heißt es: "The Parcel Insurance is effective for 14 (fourteen) days from the initial shipment departure. Make sure you opt for a fairly swift shipment service to ensure the parcel is delivered within that time."

Zweiter Nachteil: Im Schadenfall muss der Kunde Fotos vom Paket und vom Inhalt vorlegen. Bei Verlust wird ein "certificate of non-delivery issued by the Carrier" verlangt. Nach Paketda-Erfahrungen ist eine solche Verlustbestätigung vor allem von DHL schwer erhältlich.

Dritter Nachteil: Secursus schreibt vor, dass Inhalt und Wert des Pakets von außen nicht erkennbar sein dürfen ("There must be no information on the packaging that could be used to deduce the nature nor value of the Items."). Eine Zollinhaltserklärung ist erlaubt, aber keine sonstigen Inhaltsangaben auf dem Paketaufkleber oder Karton. Auch ein Firmenname wie "Juwelen24.de" ist als Absender verboten, weil er Rückschlüsse auf wertvollen Inhalt ermöglicht.

Vierter Nachteil: Liefer- und Versandadresse dürfen kein Paketshop und keine Packstation sein. Secursus definiert Paketshops als "shops that are not primarily dedicated to parcel shipping". Darunter fallen offensichtlich alle Paketshops im Einzelhandel, wie in Deutschland üblich. Diese dürfen nicht zum Versand genutzt werden.

Aufgrund dieser Vorschriften ist Secursus nach Meinung von Paketda nicht empfehlenswert.

Bevor Secursus Schadenersatz auszahlt, wird der Anspruch streng geprüft. Der Kunde muss den Wert des Paketinhalts mit Belegen oder einem Sachverständigengutachten nachweisen, außerdem müssen Bilder vom Produkt und der Paketverpackung eingereicht werden. Es wird eine Doppelverpackung mit Innen- und Außenkarton verlangt. Nimmt der Empfänger ein beschädigtes Paket an, ohne den Schaden direkt beim Boten zu melden, kann der Schadenersatzanspruch verfallen.

Paketda empfiehlt als Alternative zu Secursus lieber spezialisierte Wertkuriere wie z.B. www.intex-paketdienst.de.


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