Cyberattacke auf Colis Privé / Verdi fordert Pausenräume auf Zustelltour

Screenshot Cyberattacke auf Colis Privé

Hacker legen französischen Paketdienst Colis Privé lahm

Der französische Paketdienst Colis Privé, an dem Amazon mit 25% beteiligt ist, wurde Ende April von Hackern angegriffen. Die Sendungsverfolgung ist ausgefallen, und auch die Zustellung soll beeinträchtigt sein.

Auf der Website www.colisprive.fr hat das Unternehmen nur eine allgemeine Störungsmeldung veröffentlicht und bittet um Verständnis. Bei Twitter erfahren Kunden ein paar mehr Informationen. Es kam offenbar zu verlängerten Lieferzeiten, die sich ab dieser Woche wieder normalisieren sollen.

Die allererste Störungsmeldung veröffentlichte Colis Privé am Montag 26. April, obwohl die Cyberattacke bereits am 23. April (Freitag) stattgefunden haben soll. Die niederländische PostNL hatte einen Newsletter versandt mit folgender Information: "Due to IT problems, all systems of French carrier Colis Privé were out of order. Because of this, no tracking could take place on parcels since 23 April."

Indirekt ist auch DHL von der Störung betroffen, weil Colis Privé und DHL seit Januar 2021 miteinander kooperieren. Colis Privé ist ans Versandnetzwerk "DHL Parcel Connect" angeschlossen.



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Vorschlag von Verdi: Unterwegs Pausenräume für Zusteller

Die Gewerkschaft Verdi in NRW hat auf psl-nrw.verdi.de einige Videos im Trickfilm-Stil veröffentlicht. Darin wird die Forderung erhoben, Deutsche Post DHL solle in einen besseren Mitarbeiterschutz investieren.


Nach Ansicht von Verdi sei der Gesundheitszustand der Beschäftigten in der Postbranche weitaus schlechter als in anderen Branchen. Deshalb sollen die betriebliche Sicherheit sowie der Gesundheitsschutz verbessert werden. Konkret fordert Verdi:

  • Spezielle Kennzeichnung schwerer Pakete*
  • Auslieferung schwerer Pakete durch zwei Zusteller
  • Pausenräume auf der Zustelltour
  • Gewichtsbegrenzung für die Maschine, die Maxibriefe sortiert
  • Mitarbeiter in Briefzentren sollen keine eintönigen Tätigkeiten ausführen

Laut Verdi sei es jetzt nach langen Verhandlungen gelungen, mit der Deutschen Post eine Betriebsvereinbarung zur Gefährdungsbeurteilung (Gebu) abzuschließen. Eine Gebu-Kommission, die u.a aus Vertretern des Arbeitgebers, des Betriebsrats und dem Betriebsarzt besteht, soll die Arbeitsabläufe von Postmitarbeitern untersuchen und analysieren.

Bei einer Arbeitsstättenbegehung wird beispielsweise aufgeschrieben, wie schwer die Behälter mit den Briefen sind, wie weit der Abstand zur nächsten Maschine ist und wie schnell das Sortierband läuft. Die Gebu-Kommission begleitet auch Zusteller auf ihrer Tour. Hierbei wird z.B. das Paketgewicht untersucht und die Entfernungen zu Haustüren.

Anhand der gesammelten Daten werden anschließend Maßnahmen überlegt, um den Mitarbeiterschutz zu verbessern (Vorschläge siehe oben). Fazit von Verdi: Die Gebu sei "ein Gewinn für das ganze Unternehmen, damit Arbeiten wieder Spaß macht."

* Bei DHL gibt es bereits eine Vorschrift in den AGB, wonach Pakete über 20 kg mit einem roten Aufkleber oder dem Vermerk "Achtung schweres Paket" gekennzeichnet werden müssen.


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