Verdi fordert Pausenräume auf Zustelltour / Hunderte Millionen Euro für Hermes / Sperrgut-Roboter bei DPD Frankreich

Vorschlag von Verdi: Unterwegs Pausenräume für Zusteller

Die Gewerkschaft Verdi in NRW hat auf psl-nrw.verdi.de einige Videos im Trickfilm-Stil veröffentlicht. Darin wird die Forderung erhoben, Deutsche Post DHL solle in einen besseren Mitarbeiterschutz investieren.


Nach Ansicht von Verdi sei der Gesundheitszustand der Beschäftigten in der Postbranche weitaus schlechter als in anderen Branchen. Deshalb sollen die betriebliche Sicherheit sowie der Gesundheitsschutz verbessert werden. Konkret fordert Verdi:

  • Spezielle Kennzeichnung schwerer Pakete*
  • Auslieferung schwerer Pakete durch zwei Zusteller
  • Pausenräume auf der Zustelltour
  • Gewichtsbegrenzung für die Maschine, die Maxibriefe sortiert
  • Mitarbeiter in Briefzentren sollen keine eintönigen Tätigkeiten ausführen

Laut Verdi sei es jetzt nach langen Verhandlungen gelungen, mit der Deutschen Post eine Betriebsvereinbarung zur Gefährdungsbeurteilung (Gebu) abzuschließen. Eine Gebu-Kommission, die u.a aus Vertretern des Arbeitgebers, des Betriebsrats und dem Betriebsarzt besteht, soll die Arbeitsabläufe von Postmitarbeitern untersuchen und analysieren.

Bei einer Arbeitsstättenbegehung wird beispielsweise aufgeschrieben, wie schwer die Behälter mit den Briefen sind, wie weit der Abstand zur nächsten Maschine ist und wie schnell das Sortierband läuft. Die Gebu-Kommission begleitet auch Zusteller auf ihrer Tour. Hierbei wird z.B. das Paketgewicht untersucht und die Entfernungen zu Haustüren.

Anhand der gesammelten Daten werden anschließend Maßnahmen überlegt, um den Mitarbeiterschutz zu verbessern (Vorschläge siehe oben). Fazit von Verdi: Die Gebu sei "ein Gewinn für das ganze Unternehmen, damit Arbeiten wieder Spaß macht."

* Bei DHL gibt es bereits eine Vorschrift in den AGB, wonach Pakete über 20 kg mit einem roten Aufkleber oder dem Vermerk "Achtung schweres Paket" gekennzeichnet werden müssen.



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Otto investiert mehrere hundert Millionen Euro in Hermes

In Zukunft sollen die meisten Produkte von Otto.de innerhalb von 24 Stunden bei den Kunden ankommen. Um das zu schaffen, wird die Otto Group "in den kommenden Jahren mehrere 100 Millionen Euro" in Hermes investieren.

Ein kleiner Teil des Geldes fließt in die Hermes-Paketlogistik, und der Großteil in die Sparte Hermes Fulfillment (Betrieb von Versandzentren). Otto-Konzernvorstand Kay Schiebur sagte zur DVZ, dass die Durchlaufzeiten verbessert werden sollen und Otto den Marktplatzhändlern Versandservices anbieten möchte - ähnlich wie Fulfillment by Amazon. Laut Schiebur sollen auch spät eingehende Otto-Bestellungen die Kunden bereits am nächsten Tag erreichen.

Die letzte Logistik-Optimierung bei Otto.de liegt schon vier Jahre zurück (Paketda berichtete). Damals gab der Konzern bekannt, dass für rund 12.000 Produkte eine 24h-Lieferung möglich ist, sofern der Kunde bis 20 Uhr bestellt. Wie wenig das ist, macht folgender Vergleichswert klar: Per Stand 3/2021 gibt es mehr als 5,2 Millionen Artikelpositionen bei Otto.de (Quelle).



DPD Frankreich: Roboter transportieren Sperrgut

Seit 2020 setzt DPD im Paketzentrum Coudray-Montceaux (südlich von Paris) Sortierroboter für Sperrgut ein. Die selbstfahrenden Miniwagen wurden vom Hersteller Solystic entwickelt und entlasten Mitarbeiter davon, schwere und sperrige Güter von Hand durch das Paketzentrum zu karren. Stattdessen muss die Ware nur auf die Ladefläche des Roboters gelegt werden; anschließend wird sie zum entsprechenden Zieltor gefahren.

3 bis 5 Prozent aller DPD-Pakete sind nicht maschinell sortierbar und erfordern eine manuelle Bearbeitung. Für diese Aufgabe hat DPD 50 Roboter von Solystic geleast. Außerdem gibt es eine automatische Batteriewechsel-Station.

Quelle: solystic.fr (PDF) | Youtube-Video

Roboter von Solystic bei DPD Frankreich


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