Hermes änderte Hotline nicht freiwillig / Beschuldigter Zusteller freigesprochen / Weitere Briefmarken mit Matrixcode


Gerichtsurteil sorgte für Hotline-Änderung bei Hermes

Vor zwei Monaten änderte Hermes die Telefonnummer des Kundenservice von einer 01806-Servicenummer auf eine normale Festnutznummer (Paketda berichtete). Vor der Änderung mussten Hermes-Kunden 20 Cent pro Anruf aus dem Festnetz zahlen bzw. 60 Cent pro Mobilfunk-Anruf.

Die Änderung der Hotlinenummer nahm Hermes jedoch nicht freiwillig vor. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hatte nämlich gegen Hermes geklagt. Urteil des Landgerichts Hamburg: Die 01806-Nummer ist unzulässig.

Gemäß § 312a Abs 5 S. 1 BGB dürfen Unternehmen für Kundenanrufe kein Entgelt verlangen, das "das Entgelt für die bloße Nutzung des Telekommunikationsdienstes übersteigt". Anders gesagt: Anrufkosten, die teurer sind als ein gewöhnliches Telefonat, sind verboten.

Das Landgericht Hamburg folgte der Auffassung der Verbraucherzentrale, dass 20 Cent für einen Festnetz-Anruf überteuert seien. Im Mobilfunkbereich seien 60 Cent ebenfalls überteuert, weil die meisten Menschen eine Flatrate hätten und keine zusätzlichen Gesprächskosten zahlen müssten. Die 01806-Nummer von Hermes stelle für Kunden eine zusätzliche Hürde bei der Kontaktaufnahme dar, "zumal auch mehrfache Anrufe bei der Beklagten [Hermes] erforderlich sein können".

Aktuell nutzen noch DPD und UPS 01806-Rufnummern für ihren Kundenservice.

Quelle: www.vzbv.de | Vielen Dank an Jonas E. für den Hinweis



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Beschuldigter Zusteller freigesprochen

Der Gießener Anzeiger berichtet über einen Paketzusteller, der sich erfolgreich gegen eine fristlose Kündigung aufgrund Paketdiebstahls gewehrt hat.

In einem von mehreren Fällen wurde dem Mann vorgeworfen, ein Smartphone-Paket nicht ausgeliefert zu haben. Der Zusteller erklärte vor dem Arbeitsgericht Gießen, dass er dieses Paket überhaupt nicht in der Hand hatte. Er hatte es nicht "in Zustellung" gescannt. Normalerweise gäbe es bei solchen Paketen keine Diebstahlsvermutung. Außerdem sei es normal, dass hin und wieder Pakete verloren gingen, so der Zusteller laut Gießener Anzeiger.

Das Gericht fand keine Beweise für die Diebstähle und sprach den Zusteller frei. Das Arbeitsverhältnis wurde einvernehmlich rückwirkend zum 31.12.2020 beendet.



Weitere Briefmarken mit Matrixcode

Am 10. Juni 2021 erscheinen zwei neue Briefmarken mit Matrixcodes, und zwar in den Wertstufen 60 Cent (Postkarte) und 95 Cent (Kompaktbrief). Es handelt sich um nassklebende Briefmarken, die angefeuchtet werden müssen. Quelle: PDF, S. 11.

Am 6. Mai 2021 erscheint außerdem die bereits bekannte Matrixcode-Briefmarke mit dem Motiv "Überseequartier Hamburg" zu 95 Cent als selbstklebende Variante. Bislang gab es diese Marke nur nassklebend.

Falls die Marken in der örtlichen Filiale nicht vorhanden sind, können sie ab dem Erscheinungstag unter shop.deutschepost.de bestellt werden.


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