DPD hat zusammen mit Fraunhofer IML und Kion im Depot Köln-Porz Sortierroboter getestet. Es handelt sich um sehr frühe Prototypen vom Typ LoadRunner, die noch keine Marktreife haben.
Während des zweiwöchigen Tests hatten die Roboter die Aufgabe, DPD-Pakete innerhalb des Depots genau zu den Zustellern zu bringen, die die jeweilige Empfängeranschrift beliefern. Das Ergebnis ist vergleichbar mit einer mechanisierten Zustellbasis von DHL, bloß dass es keine klassischen Förderbänder gibt.
Die Roboter fahren auf dem Hallenboden umher, und zwar mit sehr hoher Geschwindigkeit von bis zu 10 Metern pro Sekunde (36 km/h). Am Entladepunkt stoppt die Fahrt abrupt und das Paket rutscht von der Ladefläche des Roboters herunter, so dass es vom Zusteller aufgenommen und ins Fahrzeug eingeladen werden kann.
Laut Kion-Pressemitteilung können sogar mehrere Roboter synchron fahren, um sperrige Pakete zu transportieren. Ein einzelner Roboter kann max. 60 cm lange Pakete bis 31,5 Kilogramm befördern (Quelle: DPD).
Im Juni 2023 erklärte ein DPD-Manager, dass 70 Prozent aller DPD-Pakete theoretisch per Loadrunner transportiert werden können. Man könne es kaum erwarten, die neue Technologie flächendeckend einzusetzen.
Die Abläufe sind auch in folgenden Videos zu sehen: DPD-Video 1, DPD-Video 2, Video von Fraunhofer
Chinesische Sortierroboter kommen nach Europa
So berichtete Paketda im April 2021
In chinesischen Logistikzentren werden seit einigen Jahren kleine Sortierroboter eingesetzt, die Pakete "huckepack nehmen" und je nach Zielort in den zugeordneten Bodenschacht kippen (siehe Youtube). Diese Roboter erzielen letztendlich das gleiche Ergebnis wie mit der in Europa bekannten Sortierung auf Förderbändern.
Die Roboterhersteller vermarkten ihre Erfindung seit einiger Zeit verstärkt im Ausland. In einer Analyse von Germany Trade and Invest heißt es, dass die chinesischen Anbieter sehr aktiv seien und "preislich die Konkurrenz schlagen können" (bezogen auf den japanischen Markt).
In Deutschland hat das Unternehmen LiBiao Robotics kürzlich eine Kooperation mit der Körber AG geschlossen (vgl. Pressemitteilung ). Die Geräte werden unter dem Namen "K.Move AutoSort Mobile - Powered by Libiao" vermarktet. Eine Produktübersicht gibt es unter www.libiaorobot.com.
Hersteller klassischer Sortieranlagen wie die Beumer Group beobachten diesen Trend "sehr genau, denn das wäre eine echte Gefährdung unserer größeren Lösungen", erläutert Thomas Wiesmann von Beumer im Podcast Irgendwas mit Logistik ab Minute 17:00.
Wiesmann beurteilt die operative Störanfälligkeit der Roboter kritisch. Verliert z.B. ein Gerät Ladung, muss ein Mitarbeiter die Sortierfläche betreten, und dann muss aus Sicherheitsgründen evtl. die ganze Anlage abgeschaltet werden. Ein unbestrittener Vorteil eines Robotersystems sei laut Wiesmann die Skalierbarkeit. Wenn das Sortiervolumen steigt, könne die Kapazität leicht erhöht werden, indem zusätzliche Roboter eingesetzt werden. Die klassische Förderbandsortierung hat hingegen eine Maximalleistung, die nicht flexibel steigerbar ist.
