Chinesische Sortierroboter / Luftfracht in Leipzig / DHL-Mitarbeiter tragen Abstandswarner

Sortierroboter vom Hersteller LiBiao

Chinesische Sortierroboter kommen nach Europa

In chinesischen Logistikzentren werden seit einigen Jahren kleine Sortierroboter eingesetzt, die Pakete "huckepack nehmen" und je nach Zielort in den zugeordneten Bodenschacht kippen (siehe Youtube). Diese Roboter erzielen letztendlich das gleiche Ergebnis wie mit der in Europa bekannten Sortierung auf Förderbändern.

Die Roboterhersteller vermarkten ihre Erfindung seit einiger Zeit verstärkt im Ausland. In einer Analyse von Germany Trade and Invest heißt es, dass die chinesischen Anbieter sehr aktiv seien und "preislich die Konkurrenz schlagen können" (bezogen auf den japanischen Markt).

In Deutschland hat das Unternehmen LiBiao Robotics kürzlich eine Kooperation mit der Körber AG geschlossen (vgl. Pressemitteilung ). Die Geräte werden unter dem Namen "K.Move AutoSort Mobile - Powered by Libiao" vermarktet. Eine Produktübersicht gibt es unter www.libiaorobot.com.

Hersteller klassischer Sortieranlagen wie die Beumer Group beobachten diesen Trend "sehr genau, denn das wäre eine echte Gefährdung unserer größeren Lösungen", erläutert Thomas Wiesmann von Beumer im Podcast Irgendwas mit Logistik ab Minute 17:00.

Wiesmann beurteilt die operative Störanfälligkeit der Roboter kritisch. Verliert z.B. ein Gerät Ladung, muss ein Mitarbeiter die Sortierfläche betreten, und dann muss aus Sicherheitsgründen evtl. die ganze Anlage abgeschaltet werden. Ein unbestrittener Vorteil eines Robotersystems sei laut Wiesmann die Skalierbarkeit. Wenn das Sortiervolumen steigt, könne die Kapazität leicht erhöht werden, indem zusätzliche Roboter eingesetzt werden. Die klassische Förderbandsortierung hat hingegen eine Maximalleistung, die nicht flexibel steigerbar ist.



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Leipzig: Luftfracht erzielt Rekordmenge

Zu Beginn der Coronapandemie vor einem Jahr waren die wirtschaftlichen Auswirkungen ungewiss. In Deutschland sank sogar das Luftfrachtaufkommen (vgl. Paketda-Bericht vom April 2020). Diese Situation drehte jedoch schnell ins Gegenteil, und Luftfrachtkapazitäten wurden extrem knapp und teuer.

Davon profitiert unter anderem der Flughafen Leipzig-Halle. Dort wurde 2020 eine Rekordmenge von insgesamt 1,38 Millionen Tonnen Fracht umgeschlagen. In Leipzig befindet sich das europäische Luftfracht-Drehkreuz von DHL Express und seit Ende 2020 das erste regionale Luftfrachtzentrum von Amazon Air in Europa.

Im März 2021 betrug das Cargo-Aufkommen am Flughafen Leipzig 135.000 Tonnen. Das waren 25,5 Prozent mehr als im März 2020. Medizinische Produkte und Corona-Schnelltests haben einen großen Anteil am Frachtvolumen. "Nahezu alle diese Frachtflüge sind mit Passagierflugzeugen durchgeführt worden", schreibt der Flughafen einer Pressemitteilung.



DHL-Mitarbeiter tragen Abstandswarner

Die Westdeutsche Zeitung hat über das DHL-Paketzentrum Krefeld berichtet (Bezahlartikel). Das Corona-Schutzkonzept sieht regelmäßige Selbsttests für alle Mitarbeiter vor. Außerdem hat jede/r Mitarbeiter/in einen Abstandswarner am Gürtel. Das Gerät schlägt Alarm, wenn sich zwei Personen zu nahe kommen.

Bei esg-mobility.com werden Abstandswarner ab 60 Euro pro Stück angeboten. Multipliziert mit 560 Mitarbeitern des Paketzentrums Krefeld wären das Gesamtkosten von rund 34.000 Euro.

Weitere Neuigkeiten rund um das Paketzentrum Krefeld gibt es in dieser DHL-Pressemitteilung. Aufgrund des begrenzten Stellplatzes für Container wird in Krefeld neuerdings ein Reach Stacker (Greifstapler) eingesetzt, der bis zu 3 Wechselbehälter übereinander stapeln kann.


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