Amazon-Logistikzentrum auf 20ha in Rostock / Zoll zerschlägt Subunternehmer-Netzwerk / So teuer sind Abholstationen


Amazon baut großes Logistikzentrum in der Nähe von Rostock

In Dummerstorf, einem 7.200-Einwohner-Ort bei Rostock, der verkehrsgünstig zwischen zwei Autobahnen liegt, entsteht ein großes Amazon-Versandzentrum mit ca. 1.000 Arbeitsplätzen. Das Areal soll 20 Hektar groß sein. Logistikzentren dieser Größe nutzt Amazon meistens nicht als Umschlagpunkte sondern als Warenlager (wie z.B. Amazon BRE1 in Bremen).

Die Baugenehmigung wurde im Januar 2021 erteilt. Auf Fotos von Ende Februar ist bereits das Stahlgerüst der Halle erkennbar, so dass die Inbetriebnahme vielleicht im Herbst 2021 erfolgt. Gibt Amazon dem Logistikzentrum das Standortkürzel des nächstgelegenen Flughafens, so müsste es RLG1 sein (Rostock-Laage).

Eine kleinere Amazon-Immobilie wird 10 Kilometer weiter nördlich gebaut. Im Güterverkehrszentrum des Rostocker Überseehafens entsteht ein Verteilzentrum für Amazon Logistics. Dort werden ca. 200 Zusteller ihre Lieferwagen mit Paketen für Endkunden beladen. Diese Halle scheint äußerlich bereits fertigstellt, so dass bald mit einer Inbetriebnahme zu rechnen ist.

Quellen: www.ndr.de | www.nnn.de | www.ostsee-zeitung.de | www.ndr.de



Organisierte Kriminalität: Zoll zerschlägt Netzwerk betrügerischer Subunternehmer

Großeinsatz des Hauptzollamts Osnabrück am 10.03.2021: Ungefähr 320 Zollbeamte durchsuchten 40 Objekte in den niedersächsischen Landkreisen Osnabrück, Emsland und Grafschaft Bentheim sowie im Münsterland (Westfalen). Eigenen Angaben zufolge wurde ein "mutmaßliches Netzwerk von Paket-, Kurier- und Scheinfirmen zerschlagen und fünf mutmaßliche Haupttäter aufgrund bereits erwirkter Haftbefehle des Amtsgerichts Osnabrück festgenommen".

Die Kernvorwürfe betreffen die bandenmäßige Hinterziehung von Steuern und Sozialabgaben mit einem Gesamtschaden von mehr als 2 Mio. Euro.

Die Masche funktionierte so: Paketzusteller wurden z.B. für eine 20-Stunden-Wochen fest angestellt und dafür korrekt vergütet. In Wirklichkeit arbeiteten sie aber 40 Stunden pro Woche oder mehr. Die Differenz zwischen den Wochenstunden auf Papier und den tatsächlich geleisteten Stunden bekamen die Zusteller bar auf die Hand, ohne dass Sozialabgaben entrichtet wurden.

Die bar ausgezahlten Löhne durften nicht in der Buchhaltung erscheinen. Deshalb kamen sogenannte Servicefirmen ins Spiel, die den Subunternehmern Fake-Rechnungen ausstellten für nicht erbrachte Leistungen. Die Fake-Rechnungen wurden offiziell verbucht und den Servicefirmen überwiesen. Im Nachhinein zahlten die Servicefirmen die Gelder in bar an die Subunternehmer zurück. Vermutlich abzüglich einer Provision, denn die Inhaber der Servicefirmen sind der organisierten Kriminalität zuzurechnen.

Quelle: www.zoll.de

Nachtrag: Laut www.radiowaf.de wurde unter anderem eine Hermes-Niederlassung in Sendenhorst (NRW) durchsucht.



Abholstationen kosten ab 20.000 Euro

Der Geschäftsführer des Abholstation-Herstellers Kern GmbH hat in einem Interview mit dem Postmaster-Magazin Anhaltspunkte genannt, wie teuer die Stationen sind (Interview als PDF). Die sogenannten 24/7 Smart Terminals (www.smart-terminal24.com) von Kern haben einen Einstiegspreis von rund 20.000 Euro. Dieser Preis sei "relativ niedrig, da macht es am Ende halt die Menge", so Kern-Geschäftsführer Rainer Rindfleisch.

Kern ist unter anderem Lieferant von 22 Hamburgboxen. Die auf Parcellock basierenden Abholstationen wurden im März 2020 in Hamburg aufgestellt und funktionieren im Zusammenspiel mit DPD und GLS mehr schlecht als recht. Daran hat Kern als Hersteller keine Schuld. Und auch Parcellock als Systembetreiber will nicht in Sippenhaft genommen werden. "Unser System funktioniert", teilt Parcellock mit und verweist auf erfolgreiche Zustellungen durch Hermes, die Deutsche Bahn und regionale Lieferpartner an Hamburgboxen.


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