UK: Lieferung von Covid-Testkits kostet Millionen / Citylogistik in Frankreich / Mehrweg-Versandtasche

UK: Royal Mail und Amazon wollen Covid-Testkits nach Hause liefern

Britische Medien berichten (z.B. telegraph.co.uk), dass sich Royal Mail und Amazon um die Auslieferung von Covid-Testkits bewerben. Die Regierung von Boris Johnson will zwischen 550 und 800 Millionen britische Pfund bereitstellen, um ab 2021 Testkits an Bürger auszuliefern, die Kontakt mit einem Corona-Infizierten hatten und / oder Corona-typische Symptome aufweisen. Durch die Heimtests brauchen Bürger keine Arztpraxen aufsuchen.

Laut Mirror.co.uk möchte die Regierung gern 500.000 Menschen pro Tag testen lassen. Das Logistiknetzwerk von Royal Mail kann aber nur 200.000 Testkits pro Tag verarbeiten. Die Differenz soll wohl über lokale Testzentren erreicht werden.

Royal-Mail-Chef Keith Williams sagte, "Operation Moonshot" (so die interne Bezeichnung der Massentests) sei eine Möglichkeit für Royal Mail, zu zeigen, was das Unternehmen leisten kann.



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Frankreich: GLS, DHL und DPD kooperieren mit speziellem Citylogistiker

4,8 von 5 Sternen bei Google; so gute Kundenbewertungen wünschten sich bestimmt viele Paketdienste. Geschafft hat es der Lieferservice "Tousfacteurs", der sich auf die innerstädtische Zustellung in engen Zeitfenstern spezialisiert hat. Tousfacteurs ist mit 1,5 Millionen Euro Wagniskapital finanziert und beliefert zurzeit Kunden in Paris, Lyon und Toulouse.


Tousfacteurs kooperiert mit DHL Express, GLS und Chronopost (DPD-Gruppe). In der Theorie funktioniert die Zustellung so: Empfänger erhalten vom Paketdienst eine Lieferankündigung per E-Mail. Darin enthalten ist eine Buchungsoption für Tousfacteurs. Gegen Aufpreis (Höhe unbekannt) können Kunden ihre Sendung von DHL, GLS bzw. DPD an Tousfacteurs übergeben lassen und eine Wunschzustellung beauftragen. Bis zu zweistündige Zeitfenster sind möglich und auch eine Abendlieferung zwischen 18 und 20 Uhr oder 20 bis 22 Uhr.

In der Praxis gibt es jedoch mehrere verärgerte Kunden, die bei Twitter schreiben, DHL Express hätte ihre Sendungen ohne Absprache an Tousfacteur übergeben (1 | 2 | 3). Generell sind viele Kundenmeinungen über Tousfacteurs bei Twitter kritisch und zeigen, dass auch Tousfacteurs mit typischen Problemen wie "Zusteller klingelt nicht", "Paket geht nicht in Zustellung" und "Kundenservice ist hilflos" zu kämpfen hat.

Sollte es tatsächlich so sein, dass DHL Express einige Sendungen ungewollt an Tousfacteurs übergibt, so scheint dieser Service wohl kostengünstiger zu sein als die Eigenzustellung durch DHL Express.

Quellen: tousfacteurs.com | outlierz.co | gls-newsroom.de



Mehrweg-Versandtasche von Hipli

Wiederverwendbare Versandtasche aus Frankreich

Eine weitere Neuigkeit aus Frankreich: Das Unternehmen Hipli (hipli.fr) hat eine Mehrweg-Versandverpackung erfunden. Je nach Größe kostet eine Hipli-Verpackung 1,80 Euro bis 2,30 Euro zzgl. Umsatzsteuer. Mindestbestellmenge für Händler: 50 bis 100 Stück.

Endkunden schicken die Verpackung entweder an den Onlineshop zurück, sofern sie Produkte zurückgeben wollen. Oder, falls keine Produkte zurückgegeben werden, faltet der Kunde die Verpackung klein und schickt sie in einer speziellen, permanent frankierten Tasche an die Hipli-Zentrale. Das Porto für den Rücktransport an Hipli ist im Kaufpreis enthalten.

Preisvergleich: Für Kartonverpackungen zahlen Onlineshops je nach Größe und Menge 25 bis 80 Cent pro Stück (plus eine geringe Entsorgungsgebühr ans Duale System). Hipli ist also deutlich teurer als ein Karton, soll aber eine bessere CO2-Bilanz aufweisen. Die Mehrweg-Verpackungen halten laut Hersteller bis zu 100 Transporte aus, und auch der Rückversand zu Hipli soll kaum CO2 verursachen. Quelle: Hipli-Website.

Deutsche Unternehmen wie Otto und Tchibo probieren ebenfalls Mehrweg-Verpackungen aus und prüfen, ob sich dadurch Kartonverpackungen einsparen lassen (Paketda berichtete).

Video zur Funktionsweise von Hipli


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