Kommt Royal Mail bald sonntags? / La Poste will Pakete reibungsloser liefern / US-Versandapotheken kritisieren längere Lieferzeiten


UK: Royal Mail überlegt, samstags keine Briefe zu liefern aber sonntags Pakete

Angesichts stark steigender Paketmengen und sinkender Briefmengen überlegt die britische Royal Mail, die Briefzustellung an Samstagen einzustellen. Die Paketzustellung könnte im Gegenzug auf alle sieben Wochentage ausgeweitet werden.

In Gesprächen mit Kunden und Mitarbeitern will Royal Mail herausgefunden haben, dass der Samstag für die Briefzustellung entbehrlich sei. Während des Lockdowns in Großbritannien soll die Menge verschickter Briefe extrem zurückgegangen sein.

Genauso wie die Deutsche Post kann Royal Mail nicht eigenmächtig festlegen, ob samstags zugestellt wird oder nicht. Dafür ist der Gesetzgeber zuständig und die Regulierungsbehörde Ofcom. Bislang gilt in UK eine Zustellpflicht von Montag bis Samstag.

Royal Mail erklärte, in der Verwaltung 2.000 Stellen abzubauen. Ohne grundlegende Veränderungen komme das Unternehmen auf keinen grünen Zweig. Unter anderem müsse von händischer Sortierung verstärkt auf automatische Paketsortierung umgestellt werden. Die Post-Gewerkschaften CWU und Unite wehren sich gegen einen Stellenabbau.

Quellen: www.dailymail.co.uk | www.theguardian.com



Frankreich: La Poste ermuntert Onlinehändler zu briefkastenfähigen Verpackungen

Der Chef der Paketsparte der französischen Post, Xavier Mallet, hat sich zum stark gestiegenen E-Commerce aufgrund der Corona-Krise geäußert. Ein unerwünschter Effekt sei eine verdoppelte Fehlerquote gewesen, die sich von 10.000 Paketen pro Tag auf 20.000 im Juni und Juli erhöht habe. Inzwischen liegt die Fehlerquote wieder bei 10.000 Paketen pro Tag.

Unklar ist, welche Ereignisse von La Poste als "Fehler" gewertet werden. Vielleicht sind Sortierfehler gemeint, vielleicht aber auch Zustellfehler auf der letzten Meile.

Damit die Zustellung reibungsloser abläuft, sollen möglichst viele Sendungen in Briefkästen eingeworfen werden. La Poste prüft deshalb zusammen mit Händlern, ob deren Verpackungen verkleinert werden können, damit sie briefkastenfähig werden.

Außerdem soll bald eine Funktion in den Handscannern der Zusteller integriert werden, mit denen sie Kunden anrufen können, um eine Lieferung abzusprechen. Desweiteren wird ab 1. Oktober die Einführung eines zweiten Zustellversuchs am Folgetag getestet. Für große Pakete soll es eine E-Mail-Ankündigung mit voraussichtlicher Zustellzeit geben, damit sich Kunden auf die Paketannahme einstellen können.

Quellen: www.leparisien.fr (Bezahlartikel) | www.macg.co



USA: Versandapotheken kritisieren Verlängerung von Lieferzeiten bei USPS

Harte Kritik ist der neue Chef von USPS, Louis DeJoy, seit seinem Amtsantritt gewohnt. Deshalb werden ihn die neuesten Beschwerden einiger Versandapotheken wohl nicht beunruhigen. Quelle: www.msn.com

Einem Untersuchungsbericht zweier Demokratischer Senatoren zufolge (hier als PDF) haben die Apotheken festgestellt, dass sich die Lieferzeiten in einigen Regionen der USA verdoppelt hätten, von 1 bis 2 Tagen auf 3 bis 4 Tage. Das könne für Patienten kritisch sein, die auf wichtige Medikamente angewiesen sind.

Am gestrigen Mittwoch befasste sich das Board of Governors von USPS (ähnlich einem Aufsichtsrat) mit Louis DeJoy. Das mit Republikanern besetzte Gremium lehnte eine Abberufung des USPS-Chefs ab. Er mache einen großartigen Job habe volle Unterstützung des Boards, sagten einige Beteiligte zur Washington Post.


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