Lassen sich Pakete gemeinsam mit Zeitungen zustellen? / US-Studie zum Diebstahl abgestellter Pakete

Mittelhessen Mail testet gemeinsame Paket- und Zeitungszustellung

Der private Briefdienst Mittelhessen Mail, ein Gemeinschaftsunternehmen von Zeitungsverlagen, will Pakete versuchsweise zusammen mit Zeitungen ausliefern. Geschäftsführer Michael Raubach sagte in einem Bericht bei www.mittelhessen.de, rund die Hälfte der Sendungen sei briefkastenfähig und könnte deshalb frühmorgens durch Zeitungsboten zugestellt werden, wenn die Leute noch schlafen.

Eine andere Möglichkeit, vor allem für große Sendungen, seien Paketkästen. Eine Umfrage von Mittelhessen Mail soll in Kürze herausfinden, wie viele Menschen im Liefergebiet bereit wären, einen Paketkasten zu kaufen. Abgefragt wird auch, ob sich mehrere Nachbarn einen Paketkasten teilen würden.



US-Studie zum Diebstahl abgestellter Pakete

Ein Team um den US-Wissenschaftler Dr. Ben Stickle hat anhand von 67 Youtube-Videos den Diebstahl abgestellter Pakete untersucht. Es wurden Aufnahmen von Türkameras ausgewertet, die in den USA sehr verbreitet sind. Die Untersuchung ist nicht repräsentativ ("a little bit biased"), zeigt aber die unterschiedlichen Herangehensweisen von Paketdieben.

Es gibt Gelegenheitsdiebe und Täter, die geplant vorgehen. Ein Profi-Dieb trug sogar die Uniform eines Paketdienstes und hatte Dummy-Pakete dabei. Damit ging er zum Haus des Opfers, so dass Nachbarn annehmen würden, es fände eine Lieferung statt. Tatsächlich schnappte sich der uniformierte Täter aber ein abgestelltes Paket von der Veranda und verschwand damit.

Die Mehrheit der Paketdiebe sind laut Dr. Stickle Gelegenheitsdiebe. Beispielsweise Passanten oder Schulkinder, die an einem Grundstück vorbeikommen, zufällig ein abgestelltes Paket entdecken und es mitnehmen. Am häufigsten werden mittelgroße Pakete gestohlen (48%), gefolgt von kleinen Paketen (40%). Auf 46% der geklauten Pakete war ein Logo / Markenname aufgedruckt. Je kürzer der Weg von der Straße zum abgestellten Paket, desto höher die Diebstahlwahrscheinlichkeit.

Als Maßnehme gegen Paketdiebe schlägt Dr. Stickle vor, einen von der Straße aus uneinsehbaren Abstellort zu wählen. Es genüge schon, Pakete beispielsweise hinter einem Gegenstand zu verstecken. Am besten sind natürlich Paketkästen oder Paketsäcke. Sie sind zwar auch knackbar, aber mit höherem Zeitaufwand und somit einem höheren Entdeckungsrisiko für die Diebe.

Quellen: www.thepostalhub.com | www.benstickle.com | www.tandfonline.com


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