Parcellock verrät Zahlen / Streetscooter-Erfinder will sein Unternehmen vor dem Aus retten

Geschäftsführer von Parcellock im DVZ-Interview

Die Deutsche Verkehrs-Zeitung (DVZ) hat einen Podcast mit dem Geschäftsführer von Parcellock veröffentlicht. Das knapp halbstündige Gespräch gibt es hier auf soundcloud.com.

Geschäftsführer Gunnar Anger verrät ab Minute 3:40, dass in Deutschland eine vierstellige Anzahl Parcellock-Paketkästen bei Einfamilienhäusern installiert ist (also mindestens 1.000) sowie "einige hundert" Paketkastenanlagen für Mehrfamilienhäuser.

Auch wenn diese Zahlen nicht konkret sind, so liefern sie immerhin einen Anhaltspunkt für den Erfolg von Parcellock. Zum Vergleich: Die Erfinder des Paketsafe (Paketsack) verrieten in der gestrigen Pro7-Show "Das Ding des Jahres", dass sie bislang mehr als 2.000 Stück verkauft haben. Paketsafe existiert seit 2016 und Parcellock seit 2015.

Weitere Aussagen des Parcellock-Geschäftsführers:

  • Paketkasten-Anlagen mit 150 Fächern für Mehrfamilienhäuser kosten "deutlich fünfstellig". Je nach Hersteller gibt's kleinere Anlagen auch im vierstelligen Bereich (ab Minute 8:45)
  • Parcellock stellt Anlagen nicht selbst auf sondern sucht immer Partnerbetreiber (ab Minute 12:50)
  • GLS ist als Gesellschafter bei Parcellock ausgestiegen, weil GLS nur wenige Pakete an Privatkunden liefert (Minute 13:30)
  • Amazon Logistics setzt etablierten Paketdiensten in einigen Regionen zu. Weil die Fixkosten der etablierten Paketdienste trotz rückläufiger Paketmengen konstant hoch bleiben, seien das "harte Rahmenbedingungen". (Minute 22:00)


Streetscooter-Erfinder will sein Unternehmen von der Post zurückkaufen

Schon im Mai 2019 machte Günther Schuh publik, dass er der Deutschen Post gern die Streetscooter GmbH abkaufen würde (vgl. manager-magazin.de). Ingenieur Schuh hatte das Elektrofahrzeug einst erfunden und ist über das kürzlich verkündete Produktionsende sehr betrübt.

Zur Wirtschaftswoche sagte er heute: "Die Post muss einsehen, dass sie eine Verantwortung hat: Eigentum verpflichtet. Wir haben der Post damals das Eigentum an einer Innovationsbewegung übertragen. An diese Verpflichtung hat sich die Post nicht gehalten."

Schuh bemängelt zu geringe Investitionen in den Streetscooter und eine dadurch ausbleibende Weiterentwicklung des Fahrzeugs. Warum die Deutsche Post das Übernahmeangebot Schuhs 2019 ablehnte, bleibt unklar. Möglicherweise gingen die Preisvorstellungen zu stark auseinander. Angeblich gibt es nun eine neue Gesprächsrunde zwischen Schuh und Post.


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