Studenten mit App stellen GLS-Pakete zu / DHL übt gegen Autoklau / Probleme bei Zeitungen / Lastenrad-Anhänger gewinnt Preis

Royal Mail in London

Studenten mit App stellen GLS-Pakete zu

Rico Back ist Chef der britischen Royal Mail, deren Tochterunternehmen wiederum der Paketdienst GLS ist. Im Interview mit welt.de erklärt Back, dass GLS in Berlin gerade einen Pilotversuch durchführt, um den Personalmangel zu bekämpfen. Wörtlich sagte er:

"Dort stellen wir Studenten zum Stundenlohn von zwölf Euro ein, die an einer definierten Stelle in der Stadt einen fertig beladenen Paketwagen abholen und die Pakete zustellen. Die Stundenzahl, die sie arbeiten wollen, ist vorher vereinbart. Alles funktioniert über eine App."

Dass die Arbeitszeit im Voraus fest vereinbart wird, ist eine Besonderheit. Normalerweise sind Zusteller bei GLS, DPD und Hermes bei Subunternehmen angestellt und haben die Aufgabe, alle Pakete auszuliefern, die morgens für ihre Tour bereitgestellt werden. Je nach Sendungsaufkommen dauert die Tour mal länger und mal kürzer.

Nach dem neuen Modell, das in Berlin erprobt wird, richtet sich die Anzahl der auszuliefernden Pakete vermutlich nach der gewünschten Arbeitszeit. Wer nur 4 Stunden arbeiten möchte, bekommt weniger Pakete zugeteilt als jemand mit einer 8-Stunden-Schicht. Laut Rico Back sollen solche flexiblen Arbeitsmodelle den Job des Paketzustellers attraktiver machen.

Eine ebenfalls interessante Aussage im Interview: Royal Mail entstand bislang ein Schaden von ungefähr 100 Millionen britischer Pfund, weil Betrüger gebrauchte Briefmarken wieder in Verkehr bringen und z.B. bei eBay zum halben Preis verkaufen. Laut telegraph.co.uk soll sich das Betrugsproblem aufgrund einer starken Portoerhöhung in Großbritannien verschärft haben.



Fahrertraining bei DHL: Auch Autoklau wird simuliert

Für Zusteller, die mit dem Auto unterwegs sind, führt Deutsche Post DHL gelegentlich Fahrsicherheitstrainings durch. Darüber wird aktuell im Pressebereich auf dpdhl.com berichtet.

Geübt wird zum Beispiel das Rangieren in Hofeinfahrten oder die Belieferung enger Gassen. Hier wird den Zustellern empfohlen, das Fahrzeug vorher abzustellen und zu Fuß durch die Gasse zu kommen.

Eine weitere Übungssituation ist der Diebstahl des Zustellfahrzeugs. Der ahnungslose Postbote wird gebeten, einen typischen Zustellvorgang durchzuspielen. Sobald er das Fahrzeug verlässt und den Schlüssel stecken lässt, versucht der Übungsleiter das Fahrzeug zu stehlen. "Das kommt für die Zusteller total überraschend, aber dann stellt sich der Aha-Effekt ein", sagt Sicherheitstrainer Michael Rödamer. "Nie den Schlüssel stecken lassen, selbst wenn das Zustellen nur eine Minute dauert: Die Botschaft kommt definitiv an!"



Post räumt Probleme bei Zeitungszustellung ein

Gegenüber www.dnv-online.net hat die Deutsche Post eingeräumt, dass es in der Vergangenheit Probleme bei der Zustellung von Zeitungen gab.

Es soll viele "einfache Reklamationen" sowie "Mehrfachreklamationen" von Kunden gegeben haben. Inzwischen seien die Beschwerdezahlen laut Deutscher Post aber "signifikant" zurückgegangen. Umkehrschluss: die früheren Beschwerdezahlen waren signifikant hoch.

Die Deutsche Post habe "durch verschiedene Maßnahmen sichergestellt, dass sich die Zustellqualität heute wieder auf einem hohen Niveau befinde", schreibt dnv-online.net unter Berufung auf die Post.

Die Zeitung "junge Welt" teilte gegenüber dnv-online.net mit, dass sich Abonnenten darüber beklagt hätten, "dass Zustellungen nicht mehr tagesaktuell erfolgen, sondern Zeitungen von zwei, drei Tagen gebündelt im Briefkasten landen. Und in einzelnen Regionen erfolgt schon jetzt bereits regelmäßig keine Zustellung mehr am Montag."

Ausführliche Informationen zur Situation bei der Zeitungszustellung unter www.dnv-online.net



Lastenrad-Anhänger Nüwiel gewinnt Digital Logistics Award

Das Unternehmen Nüwiel (www.nuwiel.de) stellt elektrisch angetriebene Anhänger für Lastenräder her. Die auf den ersten Blick unspektakuläre Erfindung wurde jetzt mit dem 1. Preis beim Digital Logistics Award ausgezeichnet.

Die Besonderheit des 5000 Euro teuren Nüwiel-Anhängers ist, dass er über einen eigenen Antrieb verfügt (70km Reichweite) und den Bewegungen des Fahrrads automatisch folgt. Diese Technik ist sogar patentiert.

Großkunde UPS setzt die Anhänger in mehreren deutschen Städten ein und hat sie mit einem automatischen Schließsystem ausstatten lassen. Der Zusteller kann die Ladebox mit einem Chip-Armband öffnen. UPS-Manager Rainer Kiehl zeigte sich im Hamburger Abendblatt erfreut über Nüwiel: "Wir werden Anhänger bestellen für die Kollegen in ganz Europa." Ein Kritikpunkt ist die geringe Zulademöglichkeit von 100 Kilogramm. UPS-Zusteller Pavel Stepanov kommentiert: "100 Kilogramm sind für uns so gut wie gar nichts."

Lastenrad-Anhänger von Nüwiel für UPS


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