Briefverspätungen aus Lettland und Litauen / Politiker kümmern sich verstärkt um Post / Wenn sich 2 Paketwagen treffen

Briefe aus Lettland und Litauen arg verspätet

Im Paketda-Forum gibt es zurzeit überdurchschnittlich viele Beschwerden über Briefe und Päckchen aus Lettland und Litauen, die nicht in Deutschland ankommen.

  • Ein Nutzer hat bei der litauischen Post nachgefragt, um ihm wurde der Export seiner Sendung anhand Flugnummer und Containernummer bestätigt.
  • Ein Rechtsanwalt vermisst 32 Einschreiben aus Lettland, die dort am 25. Mai abgeschickt wurden.
  • Eine Nutzerin aus Österreich beklagt ebenfalls ein verspätetes Päckchen aus Lettland. Sie bekam vom Absender die Auskunft, ein gleichzeitig abgeschicktes Päckchen nach Großbritannien sei dort ohne Verzögerungen angekommen.

Die im Paketda-Forum geschilderten Probleme deuten darauf hin, dass die Ursache für die Lieferverzögerung wahrscheinlich nicht in den Absenderländern liegt. Sonst wäre der Export nicht mittels Flugnummer nachweisbar, und Sendungen nach UK müssten auch betroffen sein.

In der Vergangenheit konnte man Verzögerungen bei Sendungen aus osteuropäischen Ländern mit Zollkontrollen in Deutschland begründen. In den aktuellen Fällen gibt es im Tracking jedoch keinen deutschen Import-Scan. Nach dem Export aus Lettland oder Litauen endet das Tracking einfach (Beispiel: RS328944697LV).

Deshalb bekommen betroffene Kunden vom Kundenservice der Deutschen Post keine Hilfe sondern nur die Auskunft, die Sendung sei nicht in Deutschland angekommen.

Die Paketda-Redaktion hat ebenfalls keine Anhaltspunkte, wodurch die Lieferverzögerungen zustande kommen. Es lässt sich bloß feststellen, dass aktuell sehr viele Kunden betroffen sind.

Weitere Sendungsnummern aus Lettland, die alle das Zielland erreicht haben:

  • USA: RS328944618LV, RS328944621LV, RS328944604LV: 3 Tage Transportdauer
  • Frankreich: RS328944649LV (3 Tage), RS328944635LV (3 Tage), RS328944723LV (1 Tag)
  • UK: RS328944652LV (1 Tag)
  • Spanien: RS328944666LV (4 Tage), RS328944745LV (4 Tage)
  • Irland: RS328944670LV (5 Tage)
  • Niederlande: RS328944683LV (1 Tag)
  • Österreich: RS328944710LV (10 Tage), RS328944737LV (10 Tage)


Politik nimmt Post- und Paketdienste in Augenschein

Die Fraktion der Grünen hat einen Antrag in den Bundestag eingebracht, durch den die Bundesnetzagentur mehr Macht bekommen soll. Das würde die Verbraucherrechte stärken. Unter anderem steht in dem Antrag (hier als PDF), dass die Bundesregierung aufgefordert wird ...

  • ... die letzte Änderung der Regelung zum Gewinnzuschlag in der Post-Entgeltregulierungsverordnung, die der Deutschen Post deutlich höhere Porto-Preise ermöglicht, zurückzunehmen.
  • ... es der Bundesnetzagentur zu ermöglichen, Verstöße gegen das Postgesetz grundsätzlich mit Bußgeldern zu sanktionieren und Ermittlungsverfahren durchzuführen.
  • ...[dass] das Instrument der Verbraucherschlichtung im Bereich Postdienstleistungen [...] verpflichtend ausgestaltet wird.
  • ... grundsätzlich allen Postdienstleistern, die sich zum Angebot von grenzüberschreitenden Postdienstleistungen bereit erklären, einen diskriminierungsfreien Zugang zum Weltpostverein ermöglichen und sie gegenüber dem Weltpostverein als "Designated Operators" zu benennen.

Vor allem der letzte Punkt ist interessant, weil damit private Paketdienste die Möglichkeit bekämen, Sendungen ins Ausland an die dortige Staatspost übergeben zu dürfen. Im Moment ist das nur möglich, wenn die Postgesellschaften untereinander einzeln ausgehandelte Verträge abschließen (wie z.B. Hermes und die Österreichische Post). Würde beispielsweise Hermes "Designated Operator", bekäme das Unternehmen den gleichen Zugang zum weltweiten Postmarkt wie die Deutsche Post. Sprich: Mit Hermes wäre theoretisch der Versand nach Kiribati und ähnlich ferne Länder möglich.

Die Fraktion "Die Linke" hat sich in einer Kleinen Anfrage (hier als PDF) ebenfalls mit Paketdiensten beschäftigt. In der Anfrage, deren Beantwortung durch die Bundesregierung noch aussteht, will die Fraktion unter anderem wissen, welche Maßnahmen geplant sind, um die "Qualität und die Effizienz auf den Postdienstleistungsmärkten" zu steigern.

Außerdem soll die Regierung erklären, welchen Verbesserungsbedarf sie infolge der "Markterhebung Postdienstleistungen 2018" erkennt und ob auf EU-Ebene Änderungen an der Postrichtlinie notwendig sind, um die Qualität der Paketzustellung zu verbessern.

Sobald die Kleine Anfrage beantwortet wurde, wird die Paketda-Redaktion hier in den Kurznachrichten darüber berichten. Grundsätzlich ist positiv zu bewerten, dass mehr Politiker die Notwendigkeit erkennen, die Zustellqualität zu verbessern.



Treffen sich zwei Paketdienst-Wagen ...

Gelegentlich sieht man am Straßenrand oder auf Parkplätzen zwei Lieferwagen von Paketdiensten, die sich mit geöffneten Hecktüren gegenüberstehen. Die Zusteller laden Pakete von einem Auto ins andere - warum wird das eigentlich gemacht?

Den ersten Grund kann man sich denken: Ein Zusteller nimmt einem Kollegen Pakete ab, um ihn zu entlasten.

Es gibt aber noch einen anderen Grund, den das Unternehmen MMK Frachtdienste auf seiner Facebookseite veröffentlicht hat: Am Ende einer Ausliefertour werden nicht zugestellte Pakete sowie Retouren von einem Fahrzeug ins andere verladen, so dass nur noch 1 Fahrzeug statt 2 Fahrzeuge ins Depot zurückfahren muss.

Der Subunternehmer spart also Arbeitszeit und Kraftstoff, weil nicht jeder einzelne Zusteller mit seinem Fahrzeug zum überregionalen Depot zurückfahren muss. Stattdessen werden die Pakete für den Rückweg gebündelt und gemeinsam in einem Lieferwagen transportiert.

Rendezvous am DPD Depot Augsburg


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