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DHL ändert AGB: Verpackungen dürfen bedruckt sein

DHL hat am 1. Januar 2020 seine AGB und Versandbedingungen für Privatkunden geändert. Eine Änderung von Punkt 3.4 der AGB besonders erfreulich. Dort hieß es in 2019 noch: "Der Absender wird die Sendung ausreichend kennzeichnen, wobei die äußere Verpackung keinen Rückschluss auf den Wert des Gutes zulassen darf."

Seit 2020 ist folgende Klausel im zweiten Halbsatz ersatzlos gestrichen: "...wobei die äußere Verpackung keinen Rückschluss auf den Wert des Gutes zulassen darf."

Geänderte AGB von DHL zum 1.1.2010
In der Vergangenheit konnte DHL die Auszahlung von Schadenersatz an Kunden verweigern, wenn für den Versand z.B. ein Verpackungskarton mit aufgedrucktem Markenlogo verwendet wurde. Auch Onlinehändler, die bedrucktes Klebeband oder bedruckte Kartons nutzen, waren von der Regelung betroffen, sofern ihr Markenlogo einen Rückschluss auf den Inhalt des Pakets erlaubte.

Achtung, Geschäftskunden: In den Kommentaren unterhalb dieses Artikels weist ein Kunde darauf hin, dass laut Geschäftskunden-AGB "nur neutrale Kartonagen und Verschlussmittel" verwendet werden dürfen. Dass bedruckte Kartons erlaubt sind, gilt also nicht für Onlinehändler mit DHL-Geschäftskundenvertrag. Ausgenommen sind lediglich Firmenlogos; diese dürfen abgebildet werden.



Update vom Januar 2021

Die Kreiszeitung berichtete über einen DHL-Kunden aus dem Landkreis Oldenburg. Er handelt mit Kfz-Teilen und beklagte den Verlust zweier Pakete. Die Kreiszeitung schrieb, DHL verweigerte Schadenersatz "mit der Begründung, ein Paket dürfe äußerlich nicht auf einen wertvollen Inhalt schließen lassen; es müsse vielmehr 'neutral verpackt' sein."

Der Kunde hatte Powerbanks verschickt und musste deshalb auf den Paketen einen Gefahrgut-Aufkleber anbringen (Lithium-Ionen-Akkus). DHL meint, durch den Gefahrgut-Aufkleber sei ein Rückschluss auf einen wertvollen Paketinhalt möglich. - Nach Meinung der Paketda-Redaktion lässt diese Begründung eher den Rückschluss zu, dass DHL mit allen Mitteln versucht, berechtigte Ansprüche von Kunden abzuwimmeln.



Rückblick

Im Dezember 2018 schickte die Verbraucherzentrale Bayern eine Abmahnung an DHL, weil sie die Klausel in den AGB für unzulässig hält. Tatjana Halm, Juristin bei der Verbraucherzentrale, bemängelt, dass "das Verlustrisiko einseitig auf den Kunden verlagert" wird. Setzt man sich beispielsweise einem Haftungsrisiko aus, wenn ein Markenschuhkarton als Verpackung verwendet wird? Sind Geschenkverpackungen unzulässig, weil sie keine neutrale Verpackung darstellen? Quelle: www.verbraucherzentrale-bayern.de

Gegenüber www.idowa.de sagte ein DHL-Pressesprecher im Dezember 2018, dass man sich erst nach einer Prüfung durch eigene Juristen äußern werde. Durch die AGB-Änderungen zum 1.1.2020 hat sich die Angelegenheit aber sowieso erledigt.


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