Viele Besteller der seit Juni 2024 verkauften Kryptobriefmarke "Kölner Dom" kritisieren die Deutsche Post für eine mangelhafte Durchmischung der Marken. Das Unternehmen hat nun darauf reagiert und schiebt die Verantwortung auf den niederländischen Lieferanten; die Briefmarkendruckerei Royal Joh. Enschede.
Eigentlich hatte die Deutsche Post versprochen, dass die Kölner-Dom-Kryptomarken vor ihrer Auslieferung nach dem Zufallsprinzip durchmischt werden, sodass Kunden eine faire Chance auf seltene Farbvarianten haben. Die vier Farbvarianten der Briefmarken unterscheiden sich wie folgt in ihrer Seltenheit:
- Pink: 2% der Auflage
- Blau: 10% der Auflage
- Lila: 25% der Auflage
- Gelb: 63% der Auflage
Die Idee war, dass jede Kryptomarken-Bestellung eine Art "Überraschungspaket" ist, vergleichbar mit einem Lottospiel. Die Marken werden in blickdichten Kuverts versandt, sodass Kunden erst beim Öffnen sehen, welche Farbvariante sie erhalten. Doch viele Käufer machten bei der Kölner-Dom-Marke eine ernüchternde Entdeckung: Statt einer zufälligen Mischung hatten alle Marken die gleiche Farbe und zudem fortlaufende Seriennummern (im Abstand von 6). Ein deutliches Zeichen, dass im Voraus keine Durchmischung erfolgte.
Obiges Beispielfoto teilte ein Paketda-Nutzer. Er bestellte vier Kryptomarken und erhielt viermal die gelbe Variante - mit Seriennummern, die konstant sechs Nummern auseinanderlagen. Auch im Forum auf philaseiten.de gibt es gleichlautende Berichte enttäuschter Sammler, die eine fehlende Durchmischung und somit die fehlende Chance auf seltene Marken bemängeln.
Reaktion der Deutschen Post: Lieferant verantwortlich
Die Deutsche Post erklärt in einer Stellungnahme auf ihrer Website, dass die Durchmischung der Marken nicht in ihrer Verantwortung liege, sondern beim Hersteller Royal Joh. Enschede. Zitat:
"Die Durchmischung der Farben obliegt nicht dem Versandmitarbeiter im Service- und Versandzentrum der Deutschen Post, die Ware wird dort komplett verschlossen angeliefert. Die Durchmischung erfolgt im Laufe der Produktion durch den Lieferanten - eine Verbesserung der Durchmischung in den laufenden Nummern ist ab der Ausgabe 'Schloss Neuschwanstein' vorgesehen."
Für viele Kunden ist diese Erklärung enttäuschend, insbesondere angesichts des Preises von 9,90 Euro pro Kryptomarke. Bei diesem erheblichen Geldeinsatz hatten sie eine faire, zufallsbasierte Chance auf eine seltene Briefmarke erwartet - ein Versprechen, das die Deutsche Post nicht einhalten konnte.
Ebenfalls kritikwürdig ist, dass die Deutsche Post die Verantwortung kurzerhand auf den Lieferanten abwälzt. Warum wurde die Durchmischung nicht nachträglich von den eigenen Mitarbeitern im Service- und Versandzentrum durchgeführt? Spätestens nach den ersten Kundenbeschwerden hätte die Deutsche Post hier eingreifen und für eine faire Verteilung sorgen müssen.
Die mangelhafte Durchmischung hat das Vertrauen vieler Sammler in die Deutsche Post nachhaltig beschädigt. Zwar ist positiv anzumerken, dass es bei der aktuellen Neuschwanstein-Kryptomarke bisher keine Beschwerden über eine unzureichende Durchmischung gab, doch das grundlegende Problem bleibt: Die Kryptomarken der Deutschen Post scheinen insgesamt wenig Anklang zu finden. Trotz der geringen Auflage von jeweils nur 100.000 Stück sind weder die "Kölner Dom"-Marke noch die "Schloss Neuschwanstein"-Marke bisher ausverkauft.