Portobetrug mit Kriegsgefangenenpost kostet 50 Euro Strafe

Der Portotrick mit Kriegsgefangenenpost  ist verboten
Seit Jahren oder sogar Jahrzehnten geistert das Gerücht durch Deutschland, man könne Briefe als Kriegsgefangenenpost deklarieren und sie dadurch kostenlos verschicken. Angeblich müsse man eine Briefmarke von wenigen Cent aufkleben, darunter unterschreiben und das Tagesdatum notieren, die Empfänger-Postleitzahl in eckige Klammern schreiben und "non domestic F.R.G." auf dem Umschlag vermerken.

Dieser unerlaubte "Portotrick" ist vergleichbar mit Postsache-Sendungen. Briefe, die die Deutsche Post selber verschickt, tragen anstatt einer Briefmarke den Freimachungsvermerk "Postsache". Niemand anderes außer die Deutsche Post darf Briefe als Postsache versenden.

Briefumschlag mit Postsache-Vermerk
Stellt eine Privatperson einen Postsache-Brief her und will ihn dadurch portofrei verschicken, handelt es sich um eine vorsätzlich falsche Frankierung. Hierfür berechnet die Deutsche Post einen pauschalierten Schadenersatz in Höhe von 50 Euro. Obendrauf kommt noch das Porto, das eigentlich für die Sendung fällig gewesen wäre.

Bei unberechtigt hergestellter Kriegsgefangenenpost werden ebenfalls 50 Euro fällig. Zu dem Thema hat die Deutsche Post kürzlich eine neue Infoseite veröffentlicht. Im unteren Bereich der Seite heißt es: "Die Deutsche Post befördert Kriegsgefangenenpost entgeltfrei. Die Entgeltbefreiung besteht jedoch nur für den Versand und Empfang von Kriegsgefangenenpost durch autorisierte Verbände."

Nur die folgenden 5 Verbände sind von der Deutschen Post autorisiert:

  • Internationaler Suchdienst, Arolsen
  • DRK Suchdienst
  • Kirchlicher Suchdienst
  • Deutsche Dienststelle (WASt), Berlin
  • Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge

In der Vergangenheit sind der Deutschen Post immer wieder falsch als Kriegsgefangenenpost deklarierte Briefe "durchgerutscht", die mit 3 oder 4 Cent frankiert waren (Quelle: bild.de, noz.de). Aufgrund solcher Versehen schlussfolgern Absender und Empfänger irrtümlich, dass die Deutsche Post die Sendung als Kriegsgefangenenpost akzeptiert hat und der Portotrick funktioniert.

Dass die Betrugsmasche inzwischen große Ausmaße ausgenommen hat, kann man wohl an der Publizierung der Infoseite durch die Deutsche Post erkennen. Sogar der Bundestag musste sich in einer Kleinen Anfrage der Linksfraktion schon damit beschäftigen (hier als PDF). Im August 2017 antwortete die Bundesregierung unter Bezugnahme auf die Deutsche Post, dass "der Umgang mit nicht ausreichend frankierten oder in unzulässiger Weise als Kriegsgefangenenpost deklarierten Briefsendungen in entsprechenden Arbeitsanweisungen geregelt" sei.


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