DHL hat den Versand von Kleinpaketen via Packstationen unterbunden. Wie ein gewerblicher eBay-Händler Paketda mitteilte, lassen sich Kleinpaket-Label an Packstationen nicht mehr einscannen.
Diese Änderung stellt eine Einschränkung für Händler dar, die sich bislang über die flexible 24/7-Einlieferung an Packstationen freuten. Allerdings bringt die Maßnahme auch Vorteile: Zum einen wird die Zustellung von Kleinpaketen beschleunigt, weil die Einlieferung in Filialen erzwungen wird. Zum anderen werden Packstation-Fächer entlastet, sodass mehr Kapazitäten für Privatkunden zur Verfügung stehen.
Hintergrund: Warum Kleinpakete nicht in Packstationen gehören
Kleinpakete - früher als Warenpost bekannt - werden von DHL in der Regel im Briefstrom transportiert und nicht im Paketnetz. Werden solche Sendungen jedoch in einer Packstation eingeliefert, gelangen sie automatisch in den Paketstrom. Folge: Sie müssen vom Paketzentrum an ein Briefzentrum übergeben werden. Dieser zusätzliche Prozess führt regelmäßig zu einer Verzögerung von etwa einem Tag. Um diesen Umweg zu vermeiden, schreibt DHL vor, dass Kleinpakete über Postfilialen eingeliefert werden müssen. Eine Abgabe in reinen DHL-Paketshops ist nicht möglich, da diese keine Briefsendungen annehmen.
Ein weiterer Grund für das Packstation-Verbot von Kleinpaketen dürfte die zunehmend hohe Auslastung der Stationen sein. Gewerbliche Versender blockieren gleich mehrere Fächer auf einmal. Das schränkt die Verfügbarkeit für Privatkunden erheblich ein.
Paketda erfuhr von einem Händler, dass DHL ihm Zusatzkosten in Rechnung stellen wollte, weil er die Aufforderung missachtete, nicht mehr via Packstation zu versenden. Diese Kosten sollen wohl als Abschreckung dienen, um die übermäßige Nutzung von Packstationen durch gewerbliche Versender zu unterbinden.