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Der Paketmarkt wächst, aber das goldene Zeitalter ist vorbei

Daten: BPEX
Jährliche Veränderungsraten der Sendungsmengen in Prozent

Der deutsche KEP-Markt (Kurier-, Express- und Paketdienste) wächst wieder. Allerdings deutlich langsamer als vor der Pandemie. Für das Jahr 2024 haben die Autoren der aktuellen KEP-Studie des Verbands BPEX ein Sendungsmengen-Plus von 2,8 Prozent errechnet. Damit stabilisiert sich der Markt weiter, nachdem 2022 ein historischer Einbruch von -7,9 Prozent verzeichnet wurde.

Ein Blick auf die Entwicklung der letzten zehn Jahre zeigt:

  • 2015 bis 2019: Solides Wachstum zwischen 4 und 7 Prozent pro Jahr
  • 2020 und 2021: Ausnahmephase mit zweistelligen Wachstumsraten infolge der Corona-Pandemie
  • 2022 bis heute: Einbruch und anschließende Normalisierung auf niedrigem Niveau

Für das Jahr 2025 rechnet der Branchenverband BPEX mit einem Wachstum von 2,5 bis 3,5 Prozent; also erneut eine moderate Steigerung. Doch die hohen Wachstumsraten früherer Jahre scheinen vorbei. Die alte Annahme, der Onlinehandel werde dauerhaft für steigende Paketmengen sorgen, greift nicht mehr. Zwar wächst der E-Commerce weiterhin, aber langsamer, volatiler und weniger planbar.

Ein wesentlicher Faktor ist die Veränderung im Konsumverhalten. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher sind nach Corona teilweise zum stationären Einzelhandel zurückgekehrt. Gleichzeitig stellt sich die Frage: Ist der Onlinehandel in Deutschland bereits ausgeschöpft?

Eher nicht. Laut Statista haben 58% der Deutschen in den vergangenen zwölf Monaten mindestens ein physisches Produkt online gekauft. Das ist ein hoher Wert, aber im internationalen Vergleich ausbaufähig: In den Niederlanden liegt die Quote bei 73%, im Vereinigten Königreich bei 84%. Eine echte Marktsättigung dürfte also nicht die Hauptursache für das gedämpfte Wachstum sein.

Ausschlaggebender sind wohl die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Inflation, gestiegene Energiepreise und geopolitische Krisen drücken auf die Kaufkraft der Verbraucher und auf die Investitionsbereitschaft von Unternehmen. Das bremst sowohl den B2C- als auch den B2B-Paketmarkt.

Für die Paketdienste bedeutet das: Wer in den Boomjahren kräftig in neue Infrastruktur investiert hat, muss sie nun bestmöglich auslasten oder Überkapazitäten wieder abbauen. Die Branche bleibt in Bewegung. Statt auf Volumenrekorde muss der Fokus künftig stärker auf Effizienz und Kostenkontrolle liegen.

Quelle: Statista
Die Länder mit den höchsten E-Commerce-Durchdringungsraten


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