Weiterhin kein Inselzuschlag bei Deutsche Post DHL

Postzustellung auf der Insel Wangerooge
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtete am 19.09.2019 über Planungen bei Deutsche Post DHL, einen Inselzuschlag einzuführen (Bezahlartikel). Laut Zeitung hatte die Post dem Ministerpräsidenten Niedersachsens angekündigt, dass ab 2020 ein Inselzuschlag für DHL-Pakete beabsichtigt sei. Außerdem soll die Bundesnetzagentur informiert worden sein, um die Rechtslage zu prüfen.

Am 20.09.2019 folgte die Entwarnung: Laut eines Berichts des Radiosenders NDR 1 Niedersachsen verzichtet DHL "bis auf Weiteres" auf einen Inselzuschlag. Quelle: www.ndr.de. Das niedersächsische Wirtschaftsministerium stellte sich offenbar gegen die Pläne. NDR 1 Niedersachsen berichtet unter Berufung auf das Ministerium, dass "die Inselbewohner ... bei der Paketzustellung nicht schlechter gestellt sein [dürfen] als andere Regionen in Niedersachsen."

Im NDR1-Bericht wird außerdem präzisiert, dass DHL den Inselzuschlag ursprünglich nur von Geschäftskunden verlangen wollte.

Die Absicht, einen Inselzuschlag einzuführen, ist vor dem Hintergrund der Post-Universaldienstverordnung (PUDLV) heikel. Die Deutsche Post DHL beliefert ausnahmslos ganz Deutschland "von der Hallig bis auf die Alm", wie sie regelmäßig selbst betont. Im Gegenzug für die flächendeckende Belieferung ist das Porto der Deutschen Post und DHL in der Regel umsatzsteuerfrei.

Private Paketdienste wie Hermes, DPD & Co. sind keine Universaldienst-Anbieter. Sie brauchen nicht ganz Deutschland beliefern und müssen ihr Porto deshalb mit 19% Umsatzsteuer kalkulieren. Außerdem dürfen die privaten Paketdienste einen Inselzuschlag berechnen.

Das Postgesetz und die PUDLV schreiben vor, dass ein Universaldienst-Anbieter (Deutsche Post DHL) Deutschland flächendeckend beliefern muss. Es gibt aber keine Vorschrift, die einen Inselzuschlag explizit verbietet oder identisches Porto für alle deutschen Lieferadressen vorschreibt.

Die Inselzuschlag-Thematik kam zuletzt im Jahr 2010 auf, als die Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann sich generell gegen Inselzuschläge bei allen Paketdiensten einsetzte (Quelle: www.nwzonline.de). Damals sagte die Bundesnetzagentur, für Inselbewohner sei es ausreichend, wenn die Deutsche Post DHL auf Inselzuschläge verzichte. Dadurch sei "ein Mindestangebot an Postdienstleitungen flächendeckend" vorhanden.

Aktuelle Höhe der Inselzuschläge

Die nachfolgenden Preise sind Stand 9/2019 und ohne Gewähr.

  • Hermes: 7 Euro für Reisegepäck, Standardpakete sind zuschlagfrei (Quelle: blog.myhermes.de)
  • DPD: 12 Euro (Quelle: www.dpd.com)
  • GLS: 13,95 Euro (Quelle: gls-group.eu)
  • UPS: Sogenannter Außengebietszuschlag / Höhe unbekannt (Quelle: www.ups.com)
  • DHL Express: Inselzuschlag für Geschäftskunden (Quelle), für Privatkunden bei Buchung unter dhl.de nicht

Paketlieferung auf die Insel Wangerooge


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