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Postboten vs. Hunde: 1.400 Euro Schadenersatz für Zustellerin nach Hundebiss


Die Postgewerkschaft DPVKOM berichtet, dass eine Zustellerin 1.400 Euro Schmerzensgeld erhalten hat, weil sie vom Hund einer Kundin gebissen wurde. Die Kundin bzw. ihre Versicherung wollte zuerst nicht bezahlen und meinte, der Hund habe zugeschnappt, weil er von der Zustellerin versehentlich getreten wurde.

Die Zustellerin sagte hingegen, der Hund sei plötzlich zur Tür gerannt und habe sie in die linke Kniekehle gebissen. Infolgedessen war sie einen Monat lang krankgeschrieben. Die Hundehalterin bekam eine Strafanzeige. Die Zustellerin, die selber zwei Hunde hat, wurde von DPVKOM rechtlich unterstützt (Quelle).

Im Jahr 2020 verzeichnete Deutsche Post DHL insgesamt 1.831 Hundeangriffe auf Brief- und Paketzusteller. Davon hatten 1.060 eine Krankschreibung von einem Tag oder länger zur Folge (Quelle). Die Zahl der Krankschreibungen ist glücklicherweise stark gesunken. 2019 lag sie noch bei 2.007 Fällen.

Im Liefergebiet des Zustellstützpunktes Greifswald gehen 5 Prozent aller Arbeitsausfälle auf aggressive Hunde zurück, berichtete Carola Dettmann von der Deutschen Post im Jahr 2017. Seitdem die Postboten im richtigen Umgang mit Hunden geschult wurden, sei die Zahl rückläufig.

Postboten sind angehalten, Hunde bzw. deren Halter an Vorgesetzte zu melden, wenn es zu kritischen Vorfällen kommt. Laut abendblatt.de erscheint in den Handscannern der Zusteller eine Warnung, sofern sie eine Adresse beliefern, an der Hundehalter wohnen.

Besorgniserregend ist für Carola Dettmann der Trend, dass sich Menschen auf dem Land vermehrt kräftige Hunde zulegen. Wenn diese frei herumlaufen, oder wenn sich die Türklingel im Inneren der Umzäunung befindet, besteht Konfliktpotenzial.

Postboten lernen den Umgang mit Hunden
Halter aggressiver Hunde werden von der Deutschen Post angeschrieben und aufgefordert, die Zusteller zu schützen. Doch nicht alle Kunden sind einsichtig. So berichtet Hundetrainerin Cornelia Schumacher in einem Artikel der Ostsee-Zeitung, dass sich ein Hundehalter sogar bei der Post beschwert habe, nachdem sein Hund einen Stapel Briefe zerfetzte, den ihm der Postbote in einer Abwehrreaktion hinhielt. Der Hundehalter meinte, der Postbote habe die Briefe nicht ordnungsgemäß zugestellt.

Falls ein Zusteller nach einem Hundeangriff arbeitsunfähig wird, kann der Hundehalter zur Kasse gebeten werden. Angaben der Deutschen Post zufolge schlägt ein Tag Arbeitsausfall "mit einigen Hundert Euro zu Buche". Die Länge der Arbeitsausfälle liege zwischen drei Tagen bis zu einem halben Jahr.

Die Berufsgenossenschaft Verkehr stuft Hundebisse als potenziell traumatisches Ereignis ein. Deshalb können Vorgesetzte mittels "Schockfax" (PDF hier) Unterstützung durch Traumatherapeuten anfordern, die den betroffenen Mitarbeiter auf Wunsch besuchen. Die Deutsche Post setzt auch eigene Sozialbetreuer ein, sofern ein Zusteller länger ausfällt.



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Letztes Mittel: Zustellausschluss

Damit es gar nicht erst zu Hundebissen kommt, meldet die Deutsche Post uneinsichtige Hundehalter dem zuständigen Ordnungsamt. Als letzter Schritt kommt sogar ein Zustellauschluss in Betracht. Sollten Postboten einen Kunden trotz aller Bemühungen nicht gefahrlos beliefern können, muss er sich die Post selbst in einer Filiale abholen.

Cornelia Schumacher richtet während des Hundetrainings noch ein Wort an die Zusteller: "Eigentlich müssten nicht Sie hier sitzen, sondern die Hundebesitzer."

Quellen: Deutsche Post DHL Group | Ostsee Zeitung | www.t-online.de


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