Hermes-Kunde verärgert über kyrillisch eingestellten Handscanner

Das Flensburger Tageblatt berichtet über einen Hermes-Kunden, der einem Paketzusteller keine Unterschrift geben wollte, weil der Handscanner nur unverständliche Zeichen anzeigte. Der Zeitungsbericht ist nach Registrierung abrufbar.

Die Situation verschärfte sich, weil der Zusteller kaum Deutsch sprach und dem Kunden nicht erklären konnte, was es mit dem kyrillisch eingestelltem Handscanner auf sich hat.

Der Kunde verweigerte standhaft die Unterschrift und wollte die Haustür schließen, was wiederum der Bote verhindern wollte. Der Kunde holte schließlich seine Hunde herbei und der Zusteller seinen Vorgesetzten inklusive zweier Polizeibeamter.

Über den Polizeinotruf hatte sich der Kunde unterdessen vergewissert, dass er nichts Russischsprachiges unterschreiben müsse. Der Hermes-Vorgesetzte soll anfangs der Meinung gewesen sein, die Scanner könnten ausschließlich Deutsch anzeigen. Daraufhin zeigte der Zusteller seinen kyrillischen Handscanner vor. Nach einigem Hin und Her wurde der Scanner schließlich auf Deutsch umgestellt, der Kunde musste seinen Ausweis vorzeigen, unterschreiben und die Sache war halbwegs ausgestanden - wenngleich die Gemüter aller Beteiligten weiterhin erhitzt waren.

Gegenüber dem Flensburger Tageblatt sagte eine Hermes-Pressesprecherin, man werde die Software auf dem Handscanner "auf mögliche Fehler überprüfen" und "die Kollegen vor Ort darum bitten, den Zusteller insbesondere im Handling des Scanners noch einmal nachzuschulen."

Es klingt unplausibel, dass die Auseinandersetzung zwischen Kunde und Zusteller auf einen Softwarefehler zurückzuführen ist. Es waren wohl eher die mangelhaften Sprachkenntnisse des Zustellers. Hätte er das Anliegen des Kunden gleich verstanden, wäre die Situation nicht so eskaliert sondern der Zusteller hätte das Gerät auf Deutsch umschalten können (vielleicht aber auch nicht, falls er darin nicht geschult wurde).

Seit der Einführung neuer Handscanner im November 2018 ist die darauf installierte Zustell-App mehrsprachig nutzbar, wie Hermes damals berichtete.


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