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Maxibrief wird flacher: Deutsche Post plant neue Briefformate ab 2027

Quelle: Deutsche Post, Klaus Ehrnsperger, "Das Briefportfolio 2027"

Die Deutsche Post plant zum 1. Januar 2027 deutliche Änderungen bei Großbriefen und Maxibriefen. Demnach soll der Großbrief statt bisher 500 g künftig bis 1.000 g schwer sein dürfen. Auch die maximal zulässige Höhe steigt von bislang 2 cm auf künftig 3 cm.

Beim Maxibrief werden Länge und Breite vergrößert, gleichzeitig sinkt die maximale Höhe von bisher 5 cm auf nur noch 3 cm. Das Maximalgewicht steigt von 1 kg auf 2 kg, ohne dass wie bisher ein Gewichtsaufpreis fällig wird. Die bisherige Zusatzentgelt-Variante, früher als Maxibrief Plus bezeichnet, entfällt ab 2027 ersatzlos.

Die geplanten Änderungen finden sich in einer Vortragspräsentation der Deutschen Post. Gehalten wurde sie von Klaus Ehrnsperger, Geschäftsbereichsleiter Produktmanagement Post, beim DVPT-Kongress 2026.

Während die Aufwertung des Großbriefs aus Verbrauchersicht begrüßenswert ist, schränkt die reduzierte Höhe des Maxibriefs den Warenversand zum Beispiel für eBay-Verkäufer ein. Dies scheint von der Deutschen Post auch beabsichtigt zu sein. In der Präsentation heißt es ausdrücklich: "Klare Trennung Post & Paket → Dokumente und Waren".

Durch den Wegfall der Zusatzentgelt-Variante des Maxibriefs ist es außerdem nicht mehr möglich, Maxibriefe nach der Formel Länge + Breite + Höhe = maximal 90 cm zu versenden. Mit dieser Variante können bislang auch Sendungen verschickt werden, die dicker als 5 cm sind. Onlinehändler müssen künftig auf andere Versandarten ausweichen, etwa Päckchen, Paket, DHL Kleinpaket oder die klassische Warensendung.

Warensendungen (ehemals BüWa) bleiben nach Paketda-Einschätzung wahrscheinlich bis 5cm Höhe zulässig, weil im Postgesetz festgelegt ist, dass diese Versandart zum Universaldienst gehört. Sie muss daher angeboten werden. Allerdings werden Warensendungen wegen ihrer Lieferzeit von bis zu 4 Werktagen, in der Praxis teilweise auch länger, von manchen Händlern und Kunden als nicht mehr zeitgemäß empfunden.



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3 cm Höhe: Vorteil für die maschinelle Sortierung

Ein Paketda-Zuschauer lieferte in den Kommentaren bei YouTube eine mögliche Erklärung für die Änderungen der Maximalmaße. Er schrieb sinngemäß, dass künftig ein noch größerer Anteil Briefsendungen maschinell sortiert werden könne. Seiner Aussage zufolge erlauben Großbriefsortieranlagen (GSA) eine Dicke von maximal 3,2 cm. Dies deckt sich mit Paketda vorliegenden Informationen des GSA-Herstellers Siemens.

Das erklärt wahrscheinlich, warum die Deutsche Post die neue Grenze für Groß- und Maxibriefe bei 3 cm zieht. Die bislang notwendige Handsortierung dickerer Maxibriefe könnte dadurch weitgehend entfallen. Je mehr Briefe maschinell sortiert werden können, desto wirtschaftlicher ist die Bearbeitung.

Noch offen ist, wie stark die Deutsche Post das Porto zum 1. Januar 2027 erhöht. Die Aufwertung des Großbriefs klingt für Verbraucher zunächst positiv, könnte aber durch eine überdurchschnittlich starke Portoerhöhung wieder relativiert werden. Entscheidend ist deshalb nicht nur, welche Maße und Gewichte künftig erlaubt sind, sondern auch, zu welchem Preis.

Änderungen im Überblick:

  • Der neue Großbrief soll bis 35,3 x 25 x 3 cm groß und bis 1.000 g schwer sein dürfen.
  • Der neue Maxibrief soll bis 38,1 x 30,5 x 3 cm groß und bis 2.000 g schwer sein dürfen.
  • Keine Änderung bei Standard- und Kompaktbriefen.
  • Keine Änderung bei Einschreiben.
Abb.: Siemens
Visualisierung zweier Großbriefsortieranlagen


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