Nachhaltigkeitsbericht: GLS erstaunlich transparent

Bilder und Grafiken aus dem Nachhaltigkeitsbericht von GLS
Ende März veröffentlichte GLS einen sogenannten Nachhaltigkeitsbericht, der Klima-, Umwelt- und Sozialthemen innerhalb der GLS-Gruppe beleuchtet. Man könnte vermuten, der Bericht würde insbesondere Öko-Themen herausstellen wie z.B. die emissionsfreie Zustellung, die Regenwasserrückgewinnung in Paketzentren oder von GLS geförderte Umweltprojekte in Indonesien und Bolivien.

Das trifft nur teilweise zu, denn GLS veröffentlicht in dem Bericht auch zahlreiche Aspekte, die sich eher im weiten Sinne auf "Umwelt" beziehen. Nämlich auf Mitarbeiter von GLS sowie Paketversender und -empfänger. So eine hohe Transparenz gibt es bei anderen Paketdiensten nicht, wie die nachfolgende Zusammenfassung einiger interessanter Punkte zeigt.

Download des GLS-Nachhaltigkeitsberichts hier auf gls-group.eu.

Verbesserungen im Schadenscontrolling: 2017/18 soll in Deutschland, Polen und Frankreich ein Pilotprojekt namens "Give Claims a Face" eingeführt werden. Was das genau bedeutet, erklärt GLS nicht. (S. 22)

Eine GLS-Zustellerin auf Rollerblades ist in der Mailänder Innenstadt unterwegs. Sie stellt bis zu 60 Sendungen pro Tag zu. (S. 33)

Bei GLS Austria gibt es einen Fahrerwettbewerb. Fahrer werden nach verschiedenen Leistungspunkten wie Zustellqualität bewertet. Der beste Fahrer des Monats erhält einen Gutschein und ein Sweatshirt mit der Aufschrift "Fahrer des Monats" (S. 36)

Bei GLS Poland können Zusteller eine App namens Couriers Assistant nutzen, die u.a. die Möglichkeit bietet, Empfänger direkt anzurufen oder ihnen eine Nachricht zu senden. (S. 37)

GLS verbessert die Handscanner durch eine neue Nutzeroberfläche und Mehrsprachigkeit (S. 37).

Die Qualitätsabteilung von GLS Denmark kann mit speziellen Tools den Zustellstatus sämtlicher Pakete in Echtzeit im Blick behalten (S. 41).

GLS-Sendungsdaten stehen "gruppenweit zur Verfügung, wodurch die Sendung über Ländergrenzen hinweg verfolgt werden kann." (S. 42). Hier missachtet GLS die Tatsache, dass es mit Paketen aus UK (von der GLS-Mutter Royal Mail) häufig Probleme und verwirrte Kunden gibt. Das Tracking von Royal-Mail-Paketen auf der GLS-Website ist unvollständig und bleibt mitunter tagelang ohne Aktualisierung.

Im Geschäftsjahr 2016/17 gingen 199.000 E-Mails beim National Customer Service (NCS) ein. Dieser ist für GLS-Geschäftskunden zuständig (S. 43). Der Delivery Customer Service (DCS) ist für GLS-Privatkunden zuständig und erhielt im Geschäftsjahr 2016/17 gut 1 Million Anrufe sowie 158.000 E-Mails (S. 45).

GLS Poland führte eine E-Mail-Umfrage unter Paketempfängern durch. 78 Prozent der Kunden bewerteten die Lieferung positiv, 13 Prozent neutral und 11 Prozent negativ (S. 46).

GLS erhält häufig Anfragen von Paketempfängern, die sich nach der "Rechtsgrundlage für die Erfassung der Ausweisnummer im PaketShop erkundigen" (S. 49/50). Hinsichtlich des Datenschutzes scheint bei GLS jedoch alles in Ordnung zu sein. Im Juli 2016 führte der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit einen "anlasslosen Informations- und Kontrollbesuch" bei GLS in Neuenstein durch. "Schwerpunkt der Überprüfung war die Einhaltung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen bei den für die Paketdienstleistung eingesetzten IT-Verfahren." Eigenen Angaben zufolge wurde GLS anschließend gelobt.

Im Geschäftsjahr 2016/17 haben Manager der GLS-Gruppe 2.681 Inlandsflüge und 1.760 Europa-Flüge unternommen, um zu Meetings zu reisen. GLS gleicht die Emissionen, "die unsere großen Meetings verursachen", durch den Kauf von Klima-Zertifikaten aus (S. 59).

GLS führt in Deutschland eine neue Navigationsmöglichkeit ein, "bei welcher der Zustellfahrer seine gesamten Stopps auf einer Landkarte und digitalen Rollkarte angezeigt bekommt" (S. 61). Paketda berichtete im November 2017.


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