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Milliardär will Geld in GLS pumpen


Die Muttergesellschaft von GLS und Royal Mail, International Distribution Services (IDS), empfiehlt ihren Aktionären, ein Übernahmeangebot des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky anzunehmen. Sofern die britische Regierung kein Veto einlegt, wird Kretinsky IDS wohl für 3,57 Milliarden Pfund (4,2 Mrd. Euro) übernehmen.

In einem von IDS veröffentlichten Dokument zum Übernahmeangebot heißt es, dass GLS und die IDS-Gruppe aus Sicht von Kretinsky das Potenzial hätten, "einer der wichtigsten Postlogistikanbieter in Europa und international zu werden". Um das zu erreichen, will Kretinsky bzw. dessen Firma Bidco "kontinuierlich" in GLS und Royal Mail investieren. Insbesondere in Paketstationen, Out-of-Home-Services (wohl Paketshops) und die Transportnetzwerke.

Kretinsky hat zugesichert, für die nächsten drei Jahre nach Abschluss der Übernahme keine neuen Eigentümer oder Veränderungen in der Führungsstruktur von GLS oder Royal Mail vorzunehmen. Für diesen Zeitraum hat Karl Pfaff, Chef der GLS-Gruppe, seinen Job also sicher.

Außerdem darf Kretinsky fünf Jahre lang die steuerlichen Unternehmenssitze von IDS und Royal Mail nicht in Länder außerhalb des Vereinigten Königreichs verlegen. Diese Zusicherung gilt nicht für GLS und GLS-Tochterunternehmen.



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Gerät DPD jetzt unter Druck?

DPD Deutschland hat selbst eingeräumt, in wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu stecken und deshalb Geld sparen zu müssen. GLS wird in den nächsten Jahren hingegen nicht unter Geldmangel leiden. Kretinsky hat Investitionen angekündigt, um GLS zu einem der führenden Paketdienste Europas zu machen.

Die Strategie von GLS-Deutschland-Chef Achim Dünnwald ist es, verstärkt Privatkunden und kleine Händler als Kunden zu gewinnen. Aktuell ist GLS noch nicht konkurrenzfähig im Vergleich zu DPD. Das könnte sich jedoch ändern, sofern GLS die Paketshop-Dichte erhöht, für alle Sendungen ein zuverlässiges Livetracking anbietet und mit offenen Paketstationen kooperiert wie Myflexbox oder bald OneStopBox von DHL.

Ein Pluspunkt von GLS könnte auch die schnellere Liefergeschwindigkeit sein. DPD wird in naher Zukunft vermutlich kleinere Depots schließen oder zusammenlegen. Bereits heute äußern sich Kunden gegenüber Paketda, dass sich die Laufzeiten im DPD-Netzwerk auf gewissen Strecken verlängert haben sollen.

Die Sparmaßnahmen bei DPD spielen GLS in die Hände, und auch Hermes könnte durch GLS' neuen Privatkundenfokus unter Druck geraten. Der ohnehin wettbewerbsintensive deutsche Paketmarkt wird durch Kretinskys Milliarden künftig noch härter. Endkunden dürfen sich bei GLS vermutlich auf Verbesserungen freuen. Außerdem sorgt der hohe Wettbewerbsdruck bei allen Paketdiensten dafür, dass sich Preissteigerungen schwieriger an Kunden weitergeben lassen.


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