Thüringen: Polnische GLS-Fahrer mussten im Lieferwagen schlafen

Lieferwagen von GLS
Sechs oder sieben Männer aus Polen, die für einen GLS-Transportpartner in Eisenach (Thüringen) gearbeitet haben, mussten tagelang in ihren Lieferwagen im Wald übernachten. Grund waren ausbleibende Lohnzahlungen und eine gekündigte Dienstwohnung durch den mutmaßlich Pleite gegangenen Firmeninhaber Maik Lohof. Er hatte sein Unternehmen laut Handelsregister erst am 05.03.2021 gegründet.

Die Zusteller hatten als einziges Druckmittel gegen ihren Chef die Fahrzeugschlüssel. Die wollten sie ihm erst nach Zahlung des offenen Lohns aushändigen. Unternehmer Lohof rief daraufhin die Polizei, um mit deren Hilfe die Fahrzeugschlüssel von den Fahrern zu bekommen.

Die Polizei stellte bei einer Kontrolle der Arbeitsverträge fest, dass keiner der Fahrer bei der Sozialversicherung angemeldet war. Außerdem kündigten die Fahrer ihr Arbeitsverhältnis erst zu Ende Mai - bis dahin durften sie die Schlüssel rechtmäßig behalten.

Im Arbeitsvertrag war auch festgeschrieben, dass der Subunternehmer den Zustellern eine Unterkunft zur Verfügung stellt. Als die Männer ihre Arbeitsverträge Mitte Mai mit dem Termin zu Ende Mai kündigten, verloren sie sofort ihre Unterkunft. Deshalb übernachteten sie notgedrungen in ihren Fahrzeugen auf einem Waldparkplatz.

Als polnische Medien auf den Fall aufmerksam wurden, reagierte GLS und brachte die Fahrer in einem Hotel unter. Außerdem soll Geld für noch ausstehende Löhne geflossen sein. Medienberichten zufolge, die auf den Stundenzetteln der Zusteller basieren, sollen die Männer bis zu 15, 19 oder sogar 20 Stunden am Tag gearbeitet haben.

Eigenen Angaben zufolge hat GLS die Zusammenarbeit mit dem Subunternehmer aus Eisenach beendet. Gegenüber der Deutschen Welle sagten die polnischen Zusteller, dass der Subunternehmer insgesamt 13 Polen und 30 Fahrer aus anderen Ländern (Deutschland, Russland, Moldawien ) beschäftigte. Nur die Polen seien nicht bezahlt worden. Einige hätten dann aufgegeben und seien ohne Geld nach Polen zurückgekehrt.

Quellen: www.dw.com | gloswielkopolski.pl | www.mdr.de


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