Das Wittlager Kreisblatt berichtet über einen Prozess vor dem Amtsgericht Osnabrück, bei dem es im Kern um Beleidigungsvorwürfe zwischen Nachbarn ging und in einem Nebenaspekt um eine Postsperre.
Ein IT-Unternehmer fühlte sich von der Deutschen Post schikaniert, weil sie ihn - seiner Meinung nach grundlos - mehr als ein Jahr lang nicht belieferte. Laut Zeitungsbericht verhängte die Post im Herbst 2020 einen Zustellstopp mit der Begründung, dass sich der Kunde aggressiv gegenüber Zustellern verhalten habe. Die Post berief sich u.a. auf Aussagen von Nachbarn hinsichtlich der Aggressivität des Kunden. Dadurch wurde die Post quasi in den Nachbarschaftsstreit mit hineingezogen.
Beim jetzigen Verfahren vor dem Amtsgericht Osnabrück waren mehrere Mitarbeiter (Prozessmanager, Zustellerin, leitender Angestellte) der Deutschen Post als Zeugen geladen. Laut Wittlager Kreisblatt verweigerten sie teilweise die Preisgabe von Informationen. Begründung: Die Deutsche Post habe ihnen keine Aussagegenehmigung erteilt. "Ich bin rund 22 Jahre im Job, aber so etwas habe ich noch nicht gehört", soll der Richter daraufhin gesagt haben und die sogenannten Aussagegenehmigungen als "sehr skurril" bezeichnet haben.
Dem IT-Unternehmer gelang es vor dem Amtsgericht, einen leitenden Postmitarbeiter so unter Druck zu setzen, dass er schließlich eingestand, die Postsperre angeordnet zu haben. Das soll basierend auf der Information einer Zustellerin erfolgt sein; ihren Namen wollte er mangels Aussagegenehmigung jedoch nicht nennen.
Hinsichtlich der Beleidigungen, um die es beim Verfahren hauptsächlich ging, wurde der IT-Unternehmer verurteilt. Die Prozesse könnten jedoch weitergehen, denn der Mann scheint sich öfter mit Nachbarn vor Gericht zu streiten, wie ähnliche Berichte im Zeitungsarchiv vermuten lassen.