Sendmepack verkauft gebrauchte Kartons mit QR-Code


Das Berliner Startup SendMePack kauft von Unternehmen gebrauchte Verpackungen an, die ansonsten im Altpapier landen würden. Anschließend werden die Kartons aufbereitet, also alte Etiketten entfernt, und erneut verkauft.

Vorteil für Versandhändler: Kartons von SendMePack sind von der Entsorgungspauschale des Dualen Systems befreit. Außerdem sind die gebrauchten Kartons preiswerter als Neuware (variiert je nach Kartongröße und Abnahmemenge).

Im Onlineshop auf sendmepack.de sind Kartons der Größe S ab 40 Cent erhältlich bei einer Abnahmemenge von mind. 20 Stück. Fraglich ist, ob die Preise von SendMePack Mehrwertsteuer enthalten, denn bei einem Paketda-Testkauf wurde keine Rechnung ausgestellt.

Nachtrag: Es handelte sich um einen Systemfehler, der laut SendMePack inzwischen behoben ist. Die Preise auf der Website sind Nettopreise.

Für Endkunden ist das Konzept von SendMePack interessant, weil jeder Karton einen individuellen Aufkleber mit QR-Code hat. Scannt man den Code mit der SendMePack-App, lassen sich die Orte einsehen, an denen der Karton vorher schon war sowie die CO2-Ersparnis aufgrund der Mehrfachverwendung.


Manko: Um einen QR-Code einzuscannen, muss der Kunde die SendMePack-App herunterladen und einen Account anlegen. Diese Hürde schreckt wahrscheinlich viele Menschen ab.

Nachtrag: Das Einscannen eines Pakets funktioniert auch webbasiert ohne App und ohne Account. Nur zur ausführlichen "Kartonverfolgung" ist die App notwendig.

Außerdem wird der ursprüngliche Herkunftsort eines Kartons nicht angezeigt. Angenommen, Versandhändler X versendet Ware an Kunde Y, so erscheint in der App nur der Standort von Y. Es sei denn, Händler X würde jeden Karton im Warenausgang ebenfalls einscannen. Das ist aufgrund des Zeitaufwands aber unwahrscheinlich.

Fazit: Im Paketda-Test war die Kartonqualität einwandfrei und stabil. Gebrauchte Kartons wieder in Umlauf zu bringen, ist nachhaltig und spart Versandhändlern Geld. Die QR-Codes für Endkunden sind ein nettes Gimmick, spielen aber nur mit der SendMePack-App ihre Stärke aus.


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