Sendungsverfolgung Menü

Zustellerfeedback führte zur Einstellung von Einkauf Aktuell

Letzte Ausgabe von Einkauf Aktuell
Am 30. März 2024 verteilte die Deutsche Post letztmalig das Prospektbündel "Einkauf Aktuell". Es bestand aus einer minimalen TV-Zeitschrift sowie Werbebeilagen. Offiziellen Angaben zufolge wurde Einkauf Aktuell wegen gestiegener Herstellungskosten eingestellt, und weil immer weniger Unternehmen diese Werbeform buchten.

Im September 2024 erwähnte Nikola Hagleitner, bei der Deutschen Post verantwortlich fürs Deutschlandgeschäft, noch einen weiteren Grund. Im Podcast Postcast (Episode 17) verriet sie, Einkauf Aktuell auch "ganz stark getrieben" durch Zusteller-Feedback beendet zu haben.

Hagleitner besucht regelmäßig Zustellstützpunkte, um mit Zustellern zu sprechen und deren Kritik anzuhören. Ihren Worten zufolge gehe es dabei zum Beispiel um Kleinigkeiten, wie zu wenig bereitgestelltes Wasser im Sommer, aber auch um größere Themen wie Einkauf Aktuell.

Die Prospektbündel verursachten eine hohe Arbeitsbelastung, weil sie nicht nur an Haushalte mit Tagespost zugestellt wurden, sondern an alle Haushalte (ausgenommen Werbeverweigerer). Das führte zu einem erheblichen Mehraufwand in Bezug auf Zeit und Kraft. Entsprechend groß war die Erleichterung unter Zustellern, als Einkauf Aktuell eingestellt wurde. Der Prozess erfolgte regional gestaffelt und begann im Januar 2024. Am Samstag, 30. März 2024 erhielten die letzten Regionen letztmalig Einkauf Aktuell.

Trotz der Einstellung verzichtet die Deutsche Post nicht vollständig auf Einnahmen durch Prospektwerbung. Paketda liegen Berichte vor, dass in verschiedenen Regionen weiterhin Supermarktprospekte an alle Haushalte zugestellt werden. Dies erfolgt jedoch nicht als Bündel wie bei Einkauf Aktuell, sondern als einzelne Postwurfsendungen.



Anzeige


Hält sich die Post eine Rückkehr von Einkauf Aktuell offen?

In der Abschiedsausgabe schreibt die Deutsche Post, es handele sich um "das letzte TV-Programm von Einkauf Aktuell". Eine ziemlich holprige Formulierung. Warum schreibt die Post nicht klipp und klar, dass es die letzte Ausgabe von Einkauf Aktuell ist? Stattdessen ist die Rede von der letzten "TV-Heft-Ausgabe".

Eine Wiederbelebung von Einkauf Aktuell ohne TV-Programm wäre demnach denkbar. Vielleicht macht die Deutsche Post zukünftig Online-Prospektwebsites wie Kaufda oder Marktguru Konkurrenz mit einem digitalen Pendant von Einkauf Aktuell. - Das ist jedoch rein spekulativ.

Einkauf Aktuell in Plastikhülle



Anzeige


Deutsche Post macht Schluss mit Einkauf Aktuell

So berichtete Paketda im Juli 2023

Seit 20 Jahren erhalten deutsche Haushalte einmal wöchentlich ungefragt ein Prospekt-Potpourri: Einkauf Aktuell. Doch nun, endlich, gibt es eine erfreuliche Nachricht: Die Deutsche Post zieht den Stecker und stellt Einkauf Aktuell am 1. April 2024 ein. Darüber werden sich Kunden, Zusteller und Umwelt gleichermaßen freuen.

Die spärliche TV-Zeitschrift von Einkauf Aktuell dürfte wohl niemand vermissen. Das Bundeskartellamt stellte im März 2023 fest, dass Einkauf Aktuell auf dem Markt der TV-Zeitschriften nicht relevant sei, keine "Highlight Seiten" habe und für Leser kein Ersatz klassischer TV-Zeitschriften sei (Quelle: PDF).

Die Entscheidung der Deutschen Post, die Produktion von "Einkauf Aktuell" einzustellen, kommt nicht von ungefähr. Die Druckkosten sind sprunghaft angestiegen und machen Papierprospekte wirtschaftlich unattraktiver. Immer mehr Unternehmen stellen auf digitale Werbung um, wie beispielsweise REWE, die in der vergangenen Woche letztmalig gedruckte Prospekte in Deutschland verteilen ließen.

Vermutlich wird die Deutsche Post jetzt keine Anstrengungen mehr unternehmen, Einkauf Aktuell mit Papierbanderole statt Plastikhülle zu verteilen. Die Plastikhülle ist in vielen Regionen Deutschlands zwar schon verschwunden, aber nicht überall. Eigentlich ein Armutszeugnis für die Post, weil erste Forderungen nach mehr Umweltfreundlichkeit bereits 2014 aufkamen (siehe Petition von Fabian Lehner).

Benjamin Rasch von der Deutschen Post sagt: "Die Einstellung unseres lange Zeit erfolgreichen Produkts Einkaufaktuell fällt uns nicht leicht. Aber wir müssen auf die Entwicklung reagieren, dass insbesondere der stationäre Handel die Ausgaben für klassische wöchentliche Prospekte zur Handelswerbung reduziert.

Uns ist wichtig zu betonen, dass andere Branchen weiter auf papiergebundene Werbepost wie Print-Mailings und anlassbezogene und kurzfristige Flyer setzen, weil diese nach wie vor eine hohe Werbewirksamkeit erzielen und bei vielen Kunden beliebt sind. Aus diesem Grund wird das physische Dialogmarketing auch in Zukunft ein wichtiger Bestandteil im Geschäft der Deutschen Post bleiben. 'Print' behält seine Daseinsberechtigung im Werbe-Mix."



Intern nicht alle zufrieden mit der Entscheidung

Bei LinkedIn kommentierte ein Key-Account-Manager der Deutschen Post die Einstellung von Einkauf Aktuell kritisch:

"Unsere Annahme, dass die betroffenen Kunden mit den Prospekten von EINKAUFAKTUELL womöglich zu POSTAKTUELL wechseln werden - wird nach ersten Reaktionen nicht passieren. Denn diese Kunden müssten ihr Marketingbudget in Millionenhöhe dafür mehr als verdoppeln - was wirtschaftlich nicht möglich ist."

POSTAKTUELL sind unadressierte Postwurfsendungen ("An alle Haushalte"). Sollten die Kosten dafür zu hoch sein, könnten Gratis-Wochenzeitungen klassischer Zeitungsverlage profitieren. In einigen Regionen wurden kostenlose Wochenzeitungen aufgrund des Kostendrucks jedoch auch schon eingestellt.

Postaktuell Wurfsendung an alle Haushalte


  Zuletzt aktualisiert am   |   Autor:
Anzeige

Paketda folgen bei: