Die Postgewerkschaft DPVKOM fordert, dass künftig auch Beschäftigte in den Brief- und Paketzentren Dienstkleidung gestellt bekommen. Bisher erhalten nur Zustellerinnen und Zusteller von Deutsche Post und DHL entsprechende Bekleidung. Zum Beispiel unterschiedliche Jacken, Hosen, Shirts und Kopfbedeckungen.
In einem aktuellen Statement bezeichnet die Gewerkschaft die bisherige Regelung als "Ungleichbehandlung" und spricht davon, dass die Beschäftigten in der Sortierung wie "Mitarbeiter zweiter Klasse" behandelt würden. Denn sie tragen bei der Arbeit i.d.R. Privatkleidung, die selbst bezahlt wird. Laut DPVKOM gibt es wohl auch Kleiderbösen, "bei denen Dienstkleidung der Zusteller bei den Beschäftigten in der stationären Bearbeitung verteilt werden".
Bei Post und DHL erhalten Zusteller die Dienstkleidung nicht unbegrenzt kostenlos, sondern im Rahmen eines Punktesystems. Die Erstausstattung ist kostenlos, und in den Folgejahren wird neue Kleidung über ein Punktekonto bestellt (dhlkleidung.com).
Ob die fehlende Dienstkleidung für Sortierer tatsächlich ein großes Problem im Arbeitsalltag ist, lässt sich nicht objektiv messen. Die Forderung der DPVKOM dürfte auch gewerkschaftspolitisch motiviert sein: Die vergleichsweise kleine Gewerkschaft versucht immer wieder, mit markanten Forderungen gegenüber der größeren Gewerkschaft Verdi Profil zu gewinnen.
Darüber hinaus bestehen Unterschiede zwischen Zustellung und Sortierung: Zustellerinnen und Zusteller arbeiten ganzjährig im Freien und sind Wind und Wetter ausgesetzt; dementsprechend ist wetterfeste Dienstkleidung hier ein funktionaler Bestandteil der Arbeitssicherheit und des Außenauftritts. Sortierkräfte hingegen arbeiten überwiegend in Innenbereichen, haben keinen direkten Kundenkontakt und benötigen daher deutlich weniger aufwändige Kleidung. Aus Sicht des Arbeitgebers ist die unterschiedliche Behandlung bei der Dienstkleidung damit nachvollziehbar.