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DPD-Paket leer zugestellt: Kunde vermutet Diebstahl

Ein Mann aus Fröndenberg (Landkreis Unna) hat den Glauben an DPD verloren. Er erwartete nämlich eine Uhr, doch zugestellt wurde ihm von DPD nur ein aufgerissener, leerer Karton per Briefkasteneinwurf.

Obwohl der Empfänger den fehlenden Inhalt sofort bemerkte, sah er vom Zusteller nur noch die Rücklichter. Er rief daraufhin beim DPD-Kundenservice an, dieser erklärte sich jedoch für nicht zuständig und bat um eine Kontaktaufnahme mit dem Absender.

Ziemlich frech von DPD, den Kunden so abzuwimmeln. Denn auf jedem DPD-Paketaufkleber wird ausdrücklich auf die Wichtigkeit einer fristgerechten Schadenmeldung hingewiesen. Wieso druckt DPD diese Info auf alle Label, obwohl der hauseigene Kundenservice Schadenmeldungen von Empfängern offenbar gar nicht akzeptiert?


DPD-Pressesprecher Marian Pawelka sagte zum Hellweger Anzeiger, dass der Transportauftrag zwischen DPD und dem Versender besteht. Deshalb könne DPD "nur im Auftrag des Versenders Nachforschungen einleiten und Schadensfälle untersuchen."

In den AGB von DPD heißt es allerdings in Punkt 12.1.1, dass DPD für innerdeutsche, verlorene oder beschädigte Pakete gemäß HGB haftet. Und laut §421 HGB dürfen auch Empfänger Ansprüche gegenüber einem Paketdienst geltend machen.

DPD-Pressesprecher Pawelka erzählte im Zeitungsinterview außerdem die Fabel vom schlecht verpackten Paket, dessen Inhalt womöglich von allein herausgefallen sei. Doch der Empfänger berichtet, dass alle Karton-Einleger, die die Uhr in der Verpackung in Position hielten, noch vorhanden waren und merkwürdigerweise nicht herausgefallen sind.

Fraglich ist zudem, warum der Zusteller die Sendung überhaupt im geöffneten Zustand mit auf Tour nahm. Angenommen, der Zusteller hat die Uhr nicht gestohlen, sondern jemand anderes in der Transportkette, dann wäre es im Eigeninteresse des Zustellers gewesen, beim Verladen des Pakets auf den Zustand des Pakets hinzuweisen, damit eine Inhaltsprüfung und Nachverpackung durchgeführt werden.

Dass der leere Karton einfach in den Briefkasten des Kunden eingeworfen wurde, ist ebenfalls kritikwürdig. Bei kleinformatigen Paketen ist der Briefkasteneinwurf zwar nicht verboten. Aber wenn ein Zusteller ein offenes, leichtes Paket in der Hand hält, kann er sich denken, dass damit wohl etwas nicht stimmt. Durch einen persönlichen Zustellversuch hätte der Empfänger die Chance gehabt, die Annahme zu verweigern.

Fotos vom Paket: hellwegeranzeiger.de


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