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DPD und GLS starten Paketstations-Marke »inboxx«

© Foto: DPD
So sehen inboxx-Paketstationen standardmäßig aus. Auf Wunsch wird das Design dem Standortpartner angepasst.

Die Paketdienste DPD Deutschland und GLS Germany treiben ihre Kooperation im Bereich Paketstationen weiter voran. Ab sofort tritt das gemeinsame Netzwerk unter der neuen Marke "inboxx" auf.

Mit inboxx wollen beide Anbieter ein anbieteroffenes Netzwerk für Paketabholung und -versand schaffen. Bis Ende 2027 sollen Kunden auf 20.000 gemeinsame Out-of-Home-Standorte zugreifen können. Damit sind ca. 14.000 Paketshops gemeint und "bis zu" 6.000 Paketstationen.

Die Zusammenarbeit zwischen DPD und GLS ist allerdings nicht neu. Bereits 2024 kündigten beide Unternehmen an, ihre Paketshop-Netze enger miteinander zu verzahnen. Ein wichtiger Schritt dabei war die Aufhebung bisheriger Exklusivverträge für Paketshops (Paketda berichtete). Damals erklärten DPD und GLS auch, dass ihre geplanten Paketautomaten anbieteroffen seien und von Wettbewerbern mitgenutzt werden können.

In der aktuellen Pressemitteilung vom März 2026 zum Start der Marke inboxx wird diese Öffnung jedoch deutlich vorsichtiger formuliert. Dort heißt es lediglich, dass "perspektivisch" auch andere Paketdienste Zugang zu der Infrastruktur erhalten könnten. Eine konkrete Zeitangabe oder Zusage für eine tatsächliche Öffnung gibt es nicht.

Damit bleibt unklar, ob inboxx tatsächlich mal zu einer neutralen Plattform für mehrere Paketdienste wird oder ein geschlossenes Netz von DPD und GLS bleibt.

Für die perspektivische Öffnung spricht die Einführung der neutralen Marke inboxx. Für ein anbieteroffenes System wäre es wenig sinnvoll, wenn die Paketstationen nur unter der Marke von DPD und GLS liefen. Allerdings bringt die neu geschaffene Marke auch einen Nachteil mit sich: Sie muss erst mit Marketingaufwand bekannt gemacht werden. Bis Ende März 2026 schalten DPD und GLS deshalb eine lokale Außenwerbe-Kampagne in Berlin, die sich auf große Umsteigepunkte des ÖPNV fokussiert.



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Auch für Click-&-Collect im Einzelhandel gedacht

Die inboxx-Stationen sollen nicht nur für klassische Paketlieferungen genutzt werden. Laut GLS-Website ist das System auch für Click&Collect-Modelle im Einzelhandel vorgesehen. Händler können darüber Onlinebestellungen zur Abholung bereitstellen, ohne dass Personal im Geschäft die Ausgabe organisieren muss.

Für Standortpartner besteht zudem die Möglichkeit, die Automaten optisch an das eigene Erscheinungsbild anzupassen. Die Paketstation kann im Design eines Geschäfts, Einkaufszentrums oder Unternehmens gestaltet werden. Dadurch soll sie sich besser in Architektur und Umfeld integrieren und gleichzeitig als dauerhafte Werbefläche dienen.

Ein erstes Beispiel für diese Strategie ist eine Kooperation mit Intersport Deutschland. Vor der Unternehmenszentrale in Heilbronn wurde eine inboxx-Station im Intersport-Design installiert.



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Starke Konkurrenz bei offenen Paketstationen

Fraglich ist, ob sich inboxx wirklich als eigenständige Marke im Markt etablieren kann. Im Bereich anbieteroffener Paketstationen gibt es mit DeinFach (Tochterunternehmen von DHL) und Myflexbox bereits zwei etablierte Wettbewerber. Beide betreiben in Deutschland jeweils rund 1.000 Automaten und sind damit schon relativ präsent. Besonders bemerkenswert: Die Stationen von Myflexbox können bereits heute auch von Kunden von DPD und GLS zum Empfangen und Versenden von Paketen genutzt werden.

Dass DPD und GLS dennoch ein eigenes Netz unter der Marke inboxx aufbauen, deutet darauf hin, dass ihnen die bestehende Standortdichte von Myflexbox offenbar nicht ausreicht. Statt sich vollständig auf bestehende Infrastruktur zu stützen, investieren sie daher in ein eigenes System, das langfristig auch in Konkurrenz zu Myflexbox treten könnte. Der Wettbewerb dürfte sich dabei vor allem um geeignete Aufstellflächen für Paketautomaten drehen, die in vielen Städten zunehmend knapp werden.

Ein ähnlicher Ansatz wurde bereits in den 2010er-Jahren verfolgt: Damals testeten DPD, GLS und Hermes mit dem Gemeinschaftsprojekt Parcellock (später: HamburgBox) ein gemeinsames Paketautomaten-Netz. In Hamburg wurden rund 20 Stationen aufgebaut. Das Projekt setzte sich jedoch nicht durch und verschwand nach einigen Jahren wieder vom Markt.

© Foto: DPD
Plakatwerbung für inboxx-Paketstationen


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