DPD erweitert seine Zustelloptionen um eine neue Funktion: Wird ein Paket mit einer Abstellerlaubnis zugestellt, dokumentiert der Zusteller die Ablage künftig in vielen Fällen mit einem Foto. Darauf weist ein Hinweisfenster auf der DPD-Website hin. Die Maßnahme soll mehr Transparenz schaffen und Streitfälle bei verschwundenen Paketen reduzieren.
Wer bei DPD eine dauerhafte Abstellerlaubnis ("Abstell-Okay") hinterlegt, kann Pakete auch dann erhalten, wenn niemand zu Hause ist. Kunden müssen dafür einen frei zugänglichen und möglichst sicheren Ablageort angeben, zum Beispiel im Carport oder auf der Terrasse.
Neu: In vielen Fällen fotografiert der Zusteller den Ablageort. Das Bild dient als Nachweis dafür, dass das Paket tatsächlich dort abgelegt wurde. DPD informiert den Empfänger anschließend wie gewohnt über die erfolgreiche Zustellung.
Solche Fotobelege sind von anderen Paketdiensten bereits bekannt. Amazon dokumentiert seit Jahren abgestellte Sendungen mit Fotos. Auch bei UPS Deutschland gibt es diese Möglichkeit, sie wird jedoch nicht bei jeder Zustellung eingesetzt.
Parallel dazu hat DPD ein weiteres Sicherheitsmerkmal eingeführt. Wer erstmals eine dauerhafte Abstellerlaubnis einrichten möchte, muss seine Adresse verifizieren. Dazu verschickt DPD einen Brief mit einem Code an die hinterlegte Anschrift. Erst nach Eingabe dieses Codes auf der Website kann die Abstellgenehmigung aktiviert werden.
Die neuen Maßnahmen dürften vor allem dazu dienen, Streitigkeiten rund um angeblich verschwundene Pakete zu reduzieren und die rechtliche Position von DPD zu stärken. In der Praxis kommt es immer wieder vor, dass Empfänger reklamieren, eine Sendung sei trotz angeblicher Zustellung nicht auffindbar.
Ein Foto liefert dennoch keinen hundertprozentigen Beweis, denn theoretisch könnte ein Paket nach dem Fotografieren vom Zusteller wieder mitgenommen werden. Aber immerhin wird es für Zusteller schwieriger, Sendungen einfach im Laderaum des Lieferwagens als zugestellt zu scannen.
Auch für Kunden kann ein Foto hilfreich sein. Manchmal lässt sich vielleicht erkennen, dass ein Paket beispielsweise im Garten eines Nachbarn oder an einer sonstigen, unerwarteten Stelle abgelegt wurde. Nachtrag: Wie ein DPD-Kunde der Paketda-Redaktion mitteilte, bekommen Empfänger die Fotos nicht automatisch per E-Mail zugesandt, wie man es von Amazon oder UPS kennt.
Mit der Kombination aus Adressverifizierung und Foto-Nachweis erhöht DPD die Sicherheit bei Abstellerlaubnissen deutlich. Ganz risikofrei bleibt diese Zustellform jedoch nicht. Kunden sollten daher sorgfältig abwägen, ob sie ein Abstell-Okay erteilen, insbesondere in Gegenden mit unsicherer Nachbarschaft oder wenn es in der Vergangenheit Probleme mit Zustellungen gab.
Bei Sendungen mit wertvollem Inhalt kann es sinnvoller sein, das Paket an einen DPD-Paketshop zu adressieren, falls an der Hausanschrift tagsüber niemand anzutreffen ist.