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DPD-Chef lässt PR-Seifenblase platzen


Seit Oktober 2019 gibt es auf der Website von DPD Deutschland einen Chatbot namens "Red". Der Roboter beantwortet Kundenanfragen automatisiert und mit Hilfe künstlicher Intelligenz. So schrieb es DPD in der Pressemitteilung anlässlich des Chatbot-Starts (Quelle).

DPD-Manager Michael Knaupe sagte 2019: "Dank künstlicher Intelligenz ist Red ein selbstlernendes System, das Tag für Tag automatisch besser wird."

Diese Behauptung lässt der neue DPD-Chef Björn Scheel nun wie eine Seifenblase zerplatzen. In einem Interview mit der Verkehrsrundschau sagt Scheel im März 2024: "Wir haben zwar eine KI-Technologie, die die Aufgabe übernimmt, schriftliche oder gesprochene Eingaben zu erfassen. Alle Antworten werden aber von unserem Chatbot-Team festgelegt."

Im Voraus von Menschenhand festgelegte Antworten sind das Gegenteil eines KI-basierten, selbstlernenden Chatbots. Die Pressemeldung aus 2019 stellt sich im Nachhinein also als deutlich übertrieben heraus. Damit untergräbt DPD außerdem seine Glaubwürdigkeit bei künftigen PR-Meldungen.

Dass DPD künstliche Intelligenz nutzt, um Nutzereingaben zu erfassen, kann auch bezweifelt werden. Wahrscheinlich reagiert der Chatbot nur auf festgelegte Schlagworte, die vom Nutzer exakt eingegeben werden müssen. So versteht der Chatbot zwar den Wunsch "Paket umleiten", aber nicht "An Paketshop liefern".

Anderes Beispiel: Die Frage nach "DPD Anruf" oder "DPD anrufen" versteht der Chatbot nicht. Tippt man hingegen nur "Anruf" ein, funktioniert es. Der künstliche Intelligenzquotient von Red scheint unterdurchschnittlich zu sein. Wer es selber ausprobieren möchte, findet den Chatbot hier auf dpd.com.


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