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US-Gewerkschaft fliegt nach Deutschland, um gegen DHL zu demonstrieren


Die DHL-Hauptversammlung in der vergangenen Woche nutzten Mitglieder der größten US-Gewerkschaft Teamsters, um in Bonn auf Missstände bei DHL USA aufmerksam zu machen. Teamsters kritisiert, dass amerikanische DHL-Mitarbeiter schlechter behandelt würden als ihre Kollegen in Deutschland.

Teamsters reichte auf der DHL-Hauptversammlung einen Antrag ein, "um die beschämenden Beschäftigungspraktiken von DHL, die Verletzung von Arbeitnehmerrechten und den Missbrauch des US-Arbeitsrechts durch das Unternehmen aufzuzeigen". Am DHL-Hub in Cincinnati (CVG) dürfen Sortierarbeiter die Toilette angeblich "nicht ohne Erlaubnis der Geschäftsleitung" benutzen. Außerdem kritisiert Teamsters die Regelungen zu Arbeitszeiten und Pausen.

Die Vorwürfe sind überraschend, denn eigentlich gelang Teamsters im Januar 2024 ein großer Erfolg. Für die Mitarbeiter am CVG-Hub wurde nach einem langen Streik erstmals ein Tarifvertrag abgeschlossen. Darin wurden Lohnerhöhungen vereinbart sowie höhere Renten- und Gesundheitsbeitragszahlungen durch DHL. Außerdem wurde ein Ausschuss für Arbeitssicherheit eingerichtet.

Trotzdem teilt Teamsters weiterhin scharf gegen DHL aus und bezeichnet es als "unethisches Unternehmen, das keinen Respekt vor den Arbeitern hat, die seine Führungskräfte so reich machen." Bill Hamilton von Teamsters: "Die Spitzenmanager von DHL in Deutschland ignorieren die Ausbeutung amerikanischer Arbeiter aus Profitgründen."

Schockierend war ein Fall vom April 2023. Damals berichteten internationale Medien über Ryan Doyen, einen DHL-Mitarbeiter in Cincinnati, der ein Gespräch zweier Manager mitbekam. Die Manager sollen das Hub als "Gefängnis" bezeichnet haben, die Mitarbeiter als "Insassen" und sich selbst als "Wärter", die das Gefängnis von den Insassen zurückerobert hätten. - DHL wollte diese Berichte weder bestätigen noch dementieren.

Ende April 2024 hat DHL Express in Chicago einer Zahlung von 8,7 Mio. US-Dollar zugestimmt, um einen seit 2010 schwelenden Rechtsstreit bezüglich der Diskriminierung schwarzer Mitarbeiter beizulegen. DHL soll ihnen absichtlich schwerere Pakete und gefährlichere Ausliefertouren (durch Viertel mit hoher Kriminalitätsräte) zugeteilt haben als weißen Mitarbeitern. Ein DHL-Sprecher sagte gegenüber Reuters, das Unternehmen nehme Diskriminierungsvorwürfe ernst und verfüge über Richtlinien, um dagegen vorzugehen, jedoch bestreitet DHL ein Fehlverhalten.

Quellen: Teamsters Pressemitteilung | theguardian.com | teamster.org | teamster.org | reuters.com


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