Sendungsverfolgung Menü

Stellenabbau bei DHL schneller abgeschlossen als erwartet

Zustellfahrzeug von DHL

Im März 2025 kündigte die DHL Group an, bis Jahresende rund 8.000 Stellen im nationalen Brief- und Paketgeschäft abzubauen. Jetzt, nur vier Monate später, erklärt der Konzern: Der Abbau ist bereits abgeschlossen. Das berichtet die Gewerkschaft Verdi in einem aktuellen Beitrag zur Belastungssituation im Unternehmen.

DHL führte den Stellenabbau sozialverträglich durch. Es kam zu keinen aktiven Kündigungen; stattdessen wurden befristete Verträge nicht verlängert und in Rente gehende Mitarbeiter nicht ersetzt. Die Gewerkschaft Verdi kritisiert jedoch: Nicht dort, wo die Sendungsmengen rückläufig sind, wurde Personal abgebaut, sondern dort, wo es organisatorisch am einfachsten umzusetzen war. Das betreffe angeblich sogar Standorte, an denen bereits Personalmangel herrscht.

Laut Verdi führen die Stellenstreichungen zu einer akuten Überlastung in der Zustellung. "In der Folge wird häufig gegen Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen verstoßen, weil die Sendungsmengen trotz Personalengpässen bewältigt werden sollen", schreibt die Gewerkschaft. In einigen Regionen seien die Zustellquoten über Wochen hinweg "unterirdisch schlecht" gewesen. Diese Einschätzung deckt sich mit zahlreichen Medienberichten aus verschiedenen Teilen Deutschlands.

Besonders betroffen seien ältere Beschäftigte, die den steigenden Anforderungen des Zustellalltags oft nicht mehr gewachsen seien. Neben der Belastung des Muskel- und Skelettsystems nehme auch der psychische Druck deutlich zu. Verdi ruft die Postler deshalb dazu auf, nicht auf Pausen zu verzichten und den Arbeitstag ohne schlechtes Gewissen pünktlich zu beenden. Die Verantwortung für funktionierende Abläufe liege beim Management, nicht bei den einzelnen Zustellern.

Am 27. Juni übergab Thorsten Kühn von Verdi rund 35.000 Unterschriften von Postbeschäftigten an DHL-Vorständin Nicole Hagleitner und Betriebsleiter Thomas Schneider. Die beiden Konzernvertreter erklärten, der geplante Personalabbau sei aus ihrer Sicht bereits abgeschlossen. Verdi fordert hingegen eine Rücknahme der Kürzungen und eine personelle Verstärkung in der Zustellung. Nur so lasse sich die Überlastung abbauen und die Zustellqualität dauerhaft sichern, was letztlich auch im Interesse des Unternehmens sei.


  Zuletzt aktualisiert am   |   Autor:
Anzeige

Paketda folgen bei: