DHL hat die Anbindung an die E-Commerce-Plattform Shopify vertieft und ermöglicht Händlern nun die direkte Erstellung von Paketscheinen ohne zusätzliche App. Die Funktion steht vorerst nur Händlern in Deutschland und den USA zur Verfügung.
Ziel der neuen Integration ist laut DHL eine vereinfachte und schnellere Versandabwicklung. Händler können DHL-Paketscheine direkt über die Shopify-Oberfläche buchen, ohne die bisher notwendige App Post & DHL Versand installieren zu müssen. Allerdings zeigt sich für deutsche Händler eine erhebliche Einschränkung: Der internationale Versand ist derzeit US-Händlern vorbehalten. Auf Nachfrage von Paketda bestätigt DHL, dass der Auslandsversand für den deutschen Markt erst "in den kommenden Wochen" ergänzt werden soll.
Ein von Paketda befragter Onlinehändler sieht deshalb keinen Vorteil, auf das neue System zu wechseln und bleibt bei der bewährten Shopify-App "Post & DHL Versand". Ein möglicher Anreiz zum Umstieg wäre die Nutzung der Versandoption "Delivered Duty Paid" (DDP), bei der die Händler alle Zoll- und Einfuhrgebühren übernehmen. Für Endkunden im Ausland bedeutet das keine überraschenden Zusatzkosten bei Lieferung.
Doch auch diese Funktion ist bislang nur für US-Händler verfügbar - obwohl DHL den Service Postal DDP eigentlich auch ab Deutschland anbietet, und zwar für Pakete in die Schweiz, nach Norwegen und UK.
Bis spätestens 2026 soll die neue Shopify-Integration laut DHL auf weitere Länder in Europa, Amerika und dem asiatisch-pazifischen Raum ausgeweitet werden. Dass der Rollout in Etappen erfolgt, spricht für eine hohe technische Komplexität der DHL-Systeme. Offenbar existiert kein zentrales, global einheitliches IT-Backend. Wäre dies der Fall, hätte die Shopify-Anbindung zeitgleich in mehreren Ländern aktiviert werden können. Stattdessen deutet die schrittweise Einführung darauf hin, dass DHL in verschiedenen Märkten mit länderspezifischen Systemarchitekturen arbeitet, was die Umsetzung bremst und verteuert.
Quelle: DHL