DHL verabschiedet sich von der bekannten Umweltmarke GoGreen. Zum 31. August 2026 wird der bisherige GoGreen-Service eingestellt und durch GoGreen Plus ersetzt. Gleichzeitig verkauft die Deutsche Post derzeit Versandkartons mit GoGreen-Logo vergünstigt ab. Hintergrund sind neue EU-Regeln gegen Greenwashing, die ab September strengere Anforderungen an Umweltwerbung stellen.
Bereits seit einigen Wochen verkauft die Deutsche Post Versandkartons mit GoGreen-Logo sowohl in Postfilialen als auch im Onlineshop mit bis zu 20% Rabatt (siehe shop.deutschepost.de). Intern wurden Filialbetreiber darüber informiert, dass bestimmte Materialien und Produkte mit GoGreen-Aufdruck bis Mitte September 2026 aus dem Sortiment verschwinden sollen.
Damals war noch unklar, ob lediglich Verpackungen betroffen sind oder ob die Änderungen weiter reichen. Nun hat DHL die Hintergründe offiziell bestätigt: Der bisherige Basis-Service "GoGreen" wird zum 31. August 2026 vollständig eingestellt. Den Service gab es seit 2011.
GoGreen Plus wird neuer Standard
An die Stelle von GoGreen tritt künftig ausschließlich "GoGreen Plus". Während GoGreen auf die Kompensation von Treibhausgasemissionen durch Klimaschutzprojekte setzte, soll GoGreen Plus Emissionen direkt im eigenen Logistiknetz reduzieren.
DHL verweist dabei unter anderem auf Elektrofahrzeuge, alternative LKW-Antriebe, eigene Güterzüge, Photovoltaikanlagen und weitere Investitionen in die Dekarbonisierung des Unternehmens. Die dadurch erzielten Emissionseinsparungen sollen Geschäftskunden über einen sogenannten "Book-and-Claim"-Mechanismus zugerechnet werden.
Doch die Umstellung betrifft nicht nur Geschäftskunden. Ab September 2026 soll GoGreen Plus automatisch auch bei nationalen und internationalen Privatkunden-Paketen für den deutschen Transportabschnitt enthalten sein.
Den eigentlichen Auslöser für die Umstellung verrät DHL übrigens erst am Ende seiner Pressemitteilung. Dort verweist das Unternehmen auf neue gesetzliche Vorgaben gegen Greenwashing. Ab September 2026 gelten EU-weit strengere Regeln für Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen. Ziel der Vorschriften ist es, Verbraucher vor irreführender Umweltwerbung zu schützen.
Nach den neuen Regeln dürfen Umweltversprechen künftig deutlich strenger geprüft werden. Insbesondere reicht ein bloßer CO2-Ausgleich außerhalb der eigenen Wertschöpfungskette nicht mehr aus, um ein Produkt als nachhaltig zu bewerben.
Genau dieses Prinzip lag dem bisherigen GoGreen-Service zugrunde: Die beim Transport entstehenden Emissionen wurden über zertifizierte Klimaschutzprojekte kompensiert; beispielsweise Windenergie in Ägypten und Wasserkraft in Vietnam. Dieses Kompensations-Modell wird nicht fortgeführt.
Abverkauf von GoGreen-Kartonagen
Vor diesem Hintergrund erscheint auch der aktuelle Ausverkauf der GoGreen-Kartonagen in einem neuen Licht. Die Deutsche Post räumt derzeit Bestände von Versandkartons mit GoGreen-Logo ab. Im Onlineshop werden Preisnachlässe von bis zu 20 Prozent gewährt. Auch in Postfilialen laufen entsprechende Rabattaktionen.
Die neuen Greenwashing-Regeln werden von DHL selbst positiv bewertet, stoßen jedoch bei manch anderen Unternehmen auf Unverständnis. Kritiker bemängeln, dass bereits produzierte Verpackungen, Werbematerialien oder Produktetiketten teilweise vorzeitig entsorgt werden müssen, obwohl sie technisch noch einwandfrei nutzbar wären. Dadurch könnten zusätzliche Kosten und vermeidbare Abfälle entstehen.
Ob die EU-Mitgliedstaaten ausreichende Übergangsfristen und Ausnahmeregelungen schaffen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Der aktuelle Abverkauf der GoGreen-Kartonagen bei der Deutschen Post zeigt jedenfalls, dass die neuen EU-Vorschriften bereits heute konkrete Auswirkungen haben.