DHL könnte seine Transportpartner künftig zur Nutzung von Elektro-LKW verpflichten. Das stellte Thomas Schlickenrieder, Leiter der Betriebsinfrastruktur bei Post & Paket Deutschland, gegenüber der Fachzeitung DVZ in Aussicht. Voraussetzung dafür sei allerdings eine ausreichend ausgebaute öffentliche Ladeinfrastruktur.
Für DHL ist die Umstellung der Subunternehmer besonders wichtig, weil ein großer Teil der Transporte zwischen den Paketzentren von externen Speditionen durchgeführt wird. Rund 80 Prozent der transportbezogenen Emissionen im Konzernbereich "Post & Paket Deutschland" entstehen bei externen Transportdienstleistern.
Bislang setzt DHL vor allem auf freiwillige Maßnahmen, Beratung und Anreize. Transportpartner werden beispielsweise mit Informationsveranstaltungen, Wirtschaftlichkeitsberechnungen und einer Vermittlungsplattform für das Leasing von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben beim Umstieg unterstützt.
Neu hinzugekommen ist ein Nachhaltigkeitspreis für Speditionen, den die Deutsche Post AG im September 2026 erstmals vergeben hat. Ausgezeichnet wurden Transportpartner, die bei Fahrten für das deutsche Brief- und Paketnetz besonders stark auf alternative Antriebe und Kraftstoffe setzen.
Preise gab es in den Kategorien Elektro, Bio-CNG, Bio-LNG und HVO100. Die ausgezeichneten Speditionen sollen zusammen mehr als 6 Millionen Kilogramm CO2e auf über 7,8 Millionen Transportkilometern eingespart haben.
In der Kategorie Elektromobilität gewann die Bremer Transport Taxi GmbH & Co. KG. Das Unternehmen hat seine gesamte Fahrzeugflotte auf alternative Antriebe umgestellt und auf dem eigenen Firmengelände Ladesäulen mit Ökostrom sowie Photovoltaik installiert.
Der neue Nachhaltigkeitspreis zeigt, dass DHL derzeit noch versucht, seine Transportpartner mit Unterstützung, öffentlicher Anerkennung und wirtschaftlichen Argumenten zum Umstieg zu bewegen. Langfristig könnte daraus allerdings eine verbindliche Vorgabe werden, sofern die Ladeinfrastruktur ausreichend ausgebaut ist.
Aktuell verfügen weniger als 10% der DHL-Schwerlastflotte über alternative Antriebe. Bis 2030 soll der Anteil von Elektro- und Biogas-LKW zusammen auf 30 bis 35% steigen. Im Juli hatte DHL angegeben, 40 Elektro-LKW einzusetzen und weitere 51 bestellt zu haben.
Parallel baut DHL die eigene Ladeinfrastruktur aus. Bis 2027 sollen an deutschen Paketzentren 170 Ladepunkte mit jeweils 400 Kilowatt Leistung entstehen.
Quellen: dvz.de, dhl.com