DHL eCommerce und die amerikanische Post USPS haben einen langfristigen Exklusivvertrag für die Zustellung an Privatkunden geschlossen. Das erwartete Vertragsvolumen liegt bei mehr als 10 Milliarden US-Dollar. Für DHL eCommerce bleibt USPS damit weiterhin der zentrale Partner auf der letzten Meile in den USA.
DHL eCommerce erledigt in den USA die Abholung, Sortierung und den Transport von B2C-Sendungen. Dafür nutzt das Unternehmen nach eigenen Angaben 19 Logistikzentren sowie ein eigenes Luft- und Bodennetz. Die finale Zustellung bis zur Haustür erfolgt anschließend durch den United States Postal Service (gilt für Standardpakete, nicht für DHL-Express-Sendungen).
Diese Kooperation ist nicht neu. DHL eCommerce und USPS arbeiten bereits seit rund 25 Jahren zusammen. Neu ist vor allem die langfristige Absicherung. Über wie viele Jahre der neue Kontrakt geschlossen wurde, teilten die Parteien allerdings nicht mit.
Für deutsche Leser wirkt das Modell zunächst ungewöhnlich, weil DHL Paket hierzulande alle Sendungen selbst zustellt. In den USA ist DHL eCommerce anders aufgestellt: Das Unternehmen konzentriert sich auf die Paketabholung bei Versandhändlern, die anschließende Sortierung und den Transport in die Zielregion. Die sogenannte letzte Meile (Haustürzustellung) übernimmt USPS.
Das Manager Magazin bezeichnet den Vertrag zwischen USPS und DHL eCommerce als "Rettungsanker" für die finanziell angeschlagene US-Post. Das trifft jedoch kaum zu. USPS steckt tatsächlich in finanziellen Schwierigkeiten. Reuters berichtete vor wenigen Tagen, dass die US-Post wegen einer Liquiditätskrise nicht erforderliche Ausgaben für Reisen, Büromaterial und Berater gestoppt hat.
Trotzdem ist der DHL-Vertrag keine schnelle Rettung. Die Zusammenarbeit bestand bereits vorher, und die mehr als 10 Milliarden Dollar Auftragsvolumen fließen nicht auf einen Schlag, sondern über mehrere Jahre. Außerdem sagt das Vertragsvolumen allein nichts darüber aus, wie profitabel die letzte Meile für USPS tatsächlich ist. Die Verlängerung der Kooperation mit DHL eCommerce sichert USPS Sendungsvolumen und planbare Einnahmen. Doch die strukturellen Finanzprobleme werden nicht automatisch verschwinden.
Immerhin: DHL-Manager Scott Ashbaugh glaubt daran, das sein Unternehmen das US-Geschäft bis 2030 ungefähr verdoppeln kann (Quelle: Reuters). Davon würde dann auch USPS profitieren.