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Neuer Zuschlag zur Blackweek: DHL erhöht Preise, weil sie es können

Lieferwagen von DHL

Im Weihnachtsgeschäft 2025 verlangt DHL erstmals einen zweiten Paket-Zuschlag: Zusätzlich zu den bisherigen 19 Cent Peakzuschlag. Branchenangaben zufolge könnte der neue Aufpreis bei 50 Cent pro Sendung liegen. Das wäre mehr als doppelt so hoch wie der bereits bestehende Zuschlag. DHL verweist auf höhere Betriebskosten - doch es ist auch ein Zeichen wachsender Preismacht.

Mitten im laufenden Jahr kündigt DHL gegenüber Geschäftskunden einen drastischen Preisschritt für das Weihnachtsgeschäft 2025 an: Erstmals soll ein zusätzlicher Zuschlag während der Black Week und Cyber Week (24.11. bis 7.12.) eingeführt werden. Der neue Aufpreis gilt zusätzlich zum bestehenden Peak-Zuschlag von 19 Cent pro Sendung, der im gesamten November und Dezember erhoben wird.

Ein DHL-Sprecher bestätigte gegenüber Medien die Einführung des zweiten Zuschlags. Die genaue Höhe soll aus wettbewerbsrechtlichen Gründen geheim bleiben. Doch der Bundesverband Onlinehandel (BVOH) geht von 50 Cent pro Paket aus. Händler müssten damit 69 Cent je Sendung zusätzlich zahlen - ein neuer Höchstwert.

Offiziell rechtfertigt DHL die Maßnahme mit gestiegenem Aufwand in der Hochsaison: Mehr Personal, mehr Fahrzeuge, mehr Kapazitäten. Bereits im vergangenen Weihnachtsgeschäft wurden laut DHL täglich bis zu 12 Millionen Sendungen bewältigt - neue Rekorde also, aber auch neue Einnahmepotenziale.

© DHL Group
Auszug aus der DHL-Kapitmalmarktpräsentation

Wie ernst es dem Konzern mit konsequenter Preissteigerung ist, zeigt ein Zitat aus der aktuellen Kapitalmarktpräsentation (April 2025):

"Revenue continuously above volume growth since 2018 [...] reflecting stringent and significant pricing measures e.g., [...] surcharges."
Seit Jahren wachsen die DHL-Umsätze also schneller als die Paketmengen, was auf eine aggressive Preispolitik hinweist, die ganz bewusst auf Zuschläge setzt.



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Markt ohne echte Ausweichmöglichkeit: DHL nutzt die Lage eiskalt aus

Dass sich DHL einen derart hohen Zuschlag leisten kann, liegt vor allem an der eigenen Marktstellung: Seit 2014 hält der Konzern mehr als 40 % Marktanteil in Deutschland - trotz verschärftem Wettbewerb und der Eigenzustellung durch Amazon Logistics. Die klassischen Wettbewerber wirken angeschlagen oder unattraktiv:

  • DPD hat durch Qualitätsprobleme im Weihnachtsgeschäft 2024 Kundenvertrauen eingebüßt.
  • GLS und UPS sind im Privatkundenbereich keine Alternative.
  • Hermes wäre eine Alternative zu DHL, hat aber strukturelle Nachteile: Lange Laufzeiten, kein Livetracking, keine Paketstationen, schlechtes Image bei Endkunden.

Kaum ein Händler wird dauerhaft von DHL zu Hermes wechseln, nur um den 50-Cent-Zuschlag in der Blackweek zu vermeiden. DHL kann sich auf eine geringe Preiselastizität seiner Geschäftskunden verlassen; sie werden mangels Alternativen zähneknirschend zahlen.

Der BVOH spricht von einer "bösen Überraschung", insbesondere für kleinere Händler. Tatsächlich sind 69 Cent je Paket bei hohem Volumen ein spürbarer Kostenfaktor. Andererseits: Im Vergleich zu den hohen Endkunden-Rabatten in der Black Week wirken 50 Cent pro Sendung fast vernachlässigbar. Viele Händler dürften den Zuschlag an ihre Kunden weitergeben - etwa durch leicht reduzierte Rabattaktionen oder höhere Mindestbestellwerte für versandkostenfreie Lieferung.

Fazit

Die Zeiten, in denen es kein Paketdienst in Deutschland wagte, die Preise anzuheben, sind vorbei. DHL nutzt seine Marktüberlegenheit inzwischen ganz offen und kalkuliert. Die Kombination aus flächendeckender Infrastruktur, hoher Zustellqualität, flexiblen Steuerungsfunktionen und Packstationen ist konkurrenzlos.

Das wirft die Frage auf: Wie reagieren die Wettbewerber? Hermes, UPS und andere klagten jahrelang über Deutschland als den härtesten Paketmarkt Europas aufgrund der geringen Margen. DHLs Preisoffensive könnte für Wettbewerber nun theoretisch ein Signal sein, ebenfalls an der Preisschraube zu drehen. Doch für viele wäre das ein riskanter Schritt, weil sie mit DHLs Qualität im B2C-Geschäft nicht mithalten können. Wer bei schwächerer Leistung auch noch teurer wird, riskiert die Abwanderung der Versenderkunden.

Das Weihnachtsgeschäft 2025 wird zeigen, ob DHLs Strategie aufgeht, oder ob es Wettbewerbern gelingt, zumindest einige Händler zum Wechsel zu bewegen.


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