Onlineshopping wird teurer: DHL erhöht Porto für Firmen drastisch

LKW von DHL
Zum 1. Januar 2023 erhöht DHL das Porto für Geschäftskunden so stark wie nie zuvor.

  • Es gibt eine "deutliche Erhöhung des Basispreises".
  • Neu eingeführt wird ein variabler Energiezuschlag, der sich am aktuellen Spritpreis orientiert.
  • Im November und Dezember 2023 wird ein Peakzuschlag (Weihnachtssaison) in Höhe von 19 Cent pro Sendung berechnet.

Diese drei Preisbestandteile werden Onlineshops nicht allein tragen können. Paketda rechnet mit einer Weitergabe an uns Verbraucher. Entweder in Form höherer Versandkosten, oder Onlineshops bieten weiterhin kostenlosen Versand an und erhöhen stattdessen die Verkaufspreise ihrer Waren.

In der Vergangenheit stiegen die Preise für DHL-Geschäftskunden schätzungsweise zwischen 3 und 5 Prozent jährlich. Wenn DHL für 2023 von einer "deutlichen Erhöhung" spricht, scheinen Steigerungen zwischen 6 und 10 Prozent realistisch. Zum Vergleich: DHL-Privatkunden zahlen seit der Preiserhöhung im Juli durchschnittlich 8,8 Prozent mehr.

Praxisbeispiel: Wenn ein Geschäftskunde zurzeit 3,50 Euro als Basispreis für ein DHL-Paket bezahlt, würde ein Paket ab 2023 ca. 3,80 Euro kosten bei einer Steigerung von 8,8 Prozent. Mit Energiezuschlag und Peakzuschlag wird die 4-Euro-Grenze sicher überschritten.

Plus Kartonage, Personalkosten und 19% Mehrwertsteuer werden 6 Euro Versandkosten für Endkunden vermutlich der neue Standard.

Positiv ist DHL anzurechnen, dass es in 2022 "trotz massiver Kostensteigerungen ... keine unterjährigen Preisanpassungen" für Geschäftskunden gab. Die Kostensteigerungen seit Beginn des Ukraine-Kriegs hat DHL also weitestgehend allein getragen.

Die Preise für den DHL-Paketversand durch Privatkunden bleiben übrigens unverändert, heißt es in der DHL Pressemeldung. Mit dieser Aussage ist aber nur der Stichtag 1. Januar 2023 gemeint. Dass DHL-Privatkunden im gesamten Jahr 2023 keine Preiserhöhung droht, lässt sich heute nicht versprechen.

Nachtrag: Auch die Schweizerische Post erhöht 2023 das Porto für Firmenkunden. Aber nur um 1,9% plus 12 Rappen Energiezuschlag (ca. 13 Cent). Das ist deutlich weniger als bei DHL Deutschland. Quelle: post-medien.ch.



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DHL erwartet signifikant höhere Transportpreise und Treibstoffzuschläge

So berichtete Paketda im März 2022


Bei der Bilanzpressekonferenz von Deutsche Post DHL beantworteten die Vorstände Frank Appel und Melanie Kreis einige Fragen von Journalisten. Vieles drehte sich um die Kriegsauswirkungen.

Melanie Kreis sagte, dass die Bereiche DHL Express und DHL Global Forwarding (Fracht) aufgrund des hohen Luftfrachtanteils stark von Preissteigerungen beim Treibstoff betroffen seien. Das Unternehmen sei dagegen aber abgesichert, weil Versender einen variablen Treibstoffzuschlag bezahlen. Dieser werde zwar erst "mit einem zeitlichem Versatz von 2 Monaten" wirksam, und man müsse abwarten, wie sich die Preise einspielen, aber "es gibt Mechanismen, wie wir das an die Kunden weiterreichen". Aktuelle Treibstoffzuschläge bei: DHL, DPD, GLS.

Außerdem erklärten Frank Appel und Melanie Kreis, dass aufgrund des gesperrten russischen Luftraums Umwege geflogen werden müssen. Die Flugzeuge müssen dadurch mehr Kerosin tanken, so dass weniger Fracht geladen werden kann. Weil russische Airlines kaum noch fliegen, fehlt deren Frachtvolumen auf dem Markt. In Verbindung mit den ohnehin knappen und teuren Luftfrachtkapazitäten (wegen Corona), werden "signifikante Preissteigerungen in den nächsten Wochen" erwartet.

Appels Hauptsorge ist ein Abrutschen der Weltwirtschaft in eine Rezession. In der Ukraine, Russland und Belarus erwirtschaftet Deutsche Post DHL weniger als 1% des Umsatzes. Ein Wegfall dieses Geschäfts hätte für den Postkonzern kaum negative Auswirkungen. Aber die weltweit hohen Spritpreise könnten letztendlich dazu führen, dass Kunden weniger Transporte beauftragen. Appel wörtlich:

"Am Ende wird es zu massiven Preissteigerungen führen, das ist unvermeidbar. Deshalb ist es wichtig, den Energiesektor zu stabilisieren. Da muss sich die Politik genau überlegen: Was bedeutet das im nächsten Winter? Wir sollten vorsichtig sein, die [Energie-] Lieferungen [aus Russland] von unserer Seite aus zu kürzen. Dann wird die Problematik immer schwieriger. Dann wird die Bereitschaft immer geringer, etwas zu transportieren."

Viele Journalisten sprachen den Betriebsstopp von DHL Express in Russland an. Frank Appel und Melanie Kreis sagten, dass die 3.500 DHL-Mitarbeiter in Russland weiterhin bezahlt werden. Sie erklärten aber nicht, dass Export-Sendungen aus Russland noch möglich sind. Der Stopp betrifft nur Importe nach Russland. Auch die Rückfrage eines Journalisten "Was ist mit Domestic?", also Lieferungen innerhalb Russlands, wurde nicht beantwortet.

Im Einzelfall seien auch Exporte nach Russland möglich, sofern diese behördlich genehmigt werden. Schwierige Entscheidungen seien zum Beispiel, ob Krebsmedikamente nach Russland geliefert werden dürfen oder Dokumente an Botschaften.

Auf die Schienenverbindung zwischen China und Europa angesprochen, die durch Russland verläuft, sagte Frank Appel, dass deren Bedeutung nicht relevant sei. Per Zug wird weniger als 1% des Transportvolumens aus Asien befördert.


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