DHL geht einen weiteren Schritt in Richtung Effizienzsteigerung bei der Paketbenachrichtigung. Ein DHL-Kunde aus Lübeck berichtet davon, dass er statt der bekannten Benachrichtigungskarte von DHL einen A4-Brief mit Abholcode für eine Packstation zugeschickt bekommen hat.
Vor rund 15 Jahren mussten DHL-Zusteller Benachrichtigungskarten noch per Hand ausfüllen; ein zeitintensiver Arbeitsschritt, der beispielsweise bei UPS und Hermes weiterhin üblich ist. Ab etwa 2015 folgte bei DHL eine erste Automatisierungsstufe: Die Paketinformationen werden seitdem per Minidrucker auf ein Etikett gedruckt und auf die Karte geklebt.
Im jetzt bekannt gewordenen neuen Verfahren entfällt auch dieser Schritt. Der Zusteller scannt das Paket bei Nichtzustellbarkeit und leitet es an eine Filiale oder Packstation um. Ist mit dem Empfänger kein digitaler Kontakt möglich (z.B. E-Mail oder App) möglich, wird offenbar automatisch ein Briefversand ausgelöst. Der Brief wird als Postsache verschickt, und in der Absenderzeile steht die örtliche Zustellbasis.
Der Briefversand wird sicher nicht alle Benachrichtigungskarten ersetzen, sondern nur jene, bei denen Paketzusteller keinen Zugang zu Briefkästen in Mehrfamilienhäusern haben. Dort liegen Briefkästen oft hinter einer verschlossenen Haustür. Briefzusteller haben für solche Türen i.d.R. Schlüssel, deshalb werden die Paketbenachrichtigungen am Folgetag via Briefpost zugestellt. Das war auch früher schon so, doch damals mussten Paketzusteller die Benachrichtigungskarte erstellen, kuvertieren und ein Adresslabel auf den Umschlag kleben. Das alles entfällt mit dem neuen Verfahren und spart schätzungsweise 1-2 Minuten Zeit pro Kunde.
Bislang ist das Verfahren nur in einem Einzelfall bekanntgeworden. Vielleicht handelt es sich um einen lokalen Testlauf. Solche Pilotversuche führt DHL regelmäßig durch, bevor neue Abläufe bundesweit eingeführt werden. Wer ähnliche Beobachtungen gemacht hat, kann sie gern unter diesem Artikel kommentieren.