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850 Beschäftigte betroffen: DHL verkauft Facility-Tochter

© Apleona Pressefoto
Fahrzeuge von Apleona

Die Deutsche Post DHL Group hat zum 1. Mai 2025 ihre Beteiligung an der DHL Facility Management Deutschland GmbH (DHL-FMD) vollständig an die Firma Apleona GmbH veräußert. Apleona hatte zuvor bereits 49 Prozent der Anteile gehalten und übernimmt nun die Alleinkontrolle. Das Bundeskartellamt gab die Übernahme Anfang April 2025 frei (Aktenzeichen B1-64/25).

Die DHL-FMD ist für das technische und infrastrukturelle Gebäudemanagement an über 3.700 Gebäuden und mehr als 15.000 Packstationen in Deutschland zuständig. Die Aufgaben reichen von Wartung und Instandhaltung über Gebäudetechnik bis hin zu infrastrukturellen Dienstleistungen. Beschäftigt sind rund 850 Mitarbeitende, die nun vollständig in den Apleona-Konzern überführt wurden.

Apleona mit Sitz in Neu-Isenburg beschäftigt über 40.000 Mitarbeiter, erzielte 2024 einen Umsatz von rund 4 Milliarden Euro und gehört seit Kurzem zur Investmentgesellschaft Bain Capital. Apleona bietet integrierte Gebäudedienstleistungen mit technischer und digitaler Ausrichtung, darunter Energiemanagement und Instandhaltung für Großkunden.

Der Verkauf kam für viele DHL-Beschäftigte überraschend. Nach Darstellung der Gewerkschaft ver.di wurde der Betriebsrat erst Mitte März über den Verkauf informiert und zunächst zur Vertraulichkeit verpflichtet. Die Belegschaft reagierte mit Enttäuschung; unter anderem gab es eine Demonstration vor der Konzernzentrale in Bonn.



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Vertrag auf zehn Jahre

Aus Sicht von Apleona ist die Übernahme ein langfristiges Großprojekt. Das Unternehmen hat mit der DHL Group einen Dienstleistungsvertrag über zehn Jahre geschlossen. Apleona übernimmt alle technischen und infrastrukturellen Facility-Management-Dienstleistungen im gesamten deutschen Immobilienportfolio der Post. Dazu gehören sowohl Brief- und Paketzentren als auch Zustellbasen und Packstationen.

Laut Apleona werden die bisherigen Beschäftigten nahtlos weiterbeschäftigt und exklusiv für den sogenannten "Key Account DHL" zuständig sein. CEO Dr. Jochen Keysberg sprach in einer Mitteilung von einem großen Vertrauensbeweis seitens der DHL Group. Man wolle das Know-how der bisherigen Beschäftigten bewahren und in das Großkundengeschäft integrieren.

In der Anteilsbesitzliste der DHL Group zum 31. Dezember 2024 ist die DHL-FMD mit einem Jahresergebnis von 175.000 Euro aufgeführt - ein vergleichsweise kleiner Wert. Die Beteiligung war auf 51 Prozent begrenzt. Möglicherweise wurde das Joint Venture als organisatorischer Sonderfall gesehen, der im Zuge der Konzernumstrukturierung bei DHL nun "bereinigt" wurde. Gleichzeitig bleibt über den langfristigen Dienstleistungsvertrag sichergestellt, dass die technischen Leistungen weiter erbracht werden.



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Folgen für die Beschäftigten

Laut ver.di bleiben bestehende Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen vorerst bestehen. Die Gewerkschaft fordert jedoch, dass der Kündigungsschutz, der angeblich nur für einen Teil der Beschäftigten gilt, verlängert und auf alle ausgeweitet wird. Unklar ist derzeit, ob freiwillige Zusatzleistungen wie der Zuschuss zum Deutschlandticket weiterhin gezahlt werden.

Langfristig könnte die Eingliederung in Apleona auch Chancen bieten: Die ehemalige Tochterfirma der Post ist nun Teil des Kerngeschäfts eines spezialisierten Facility-Management-Konzerns. Ob sich daraus Verbesserungen oder Verschlechterungen für die Beschäftigten ergeben, bleibt abzuwarten.


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