Der Ausstieg von Kaufland aus der Prospektverteilung über die Deutsche Post hat im zweiten Quartal deutliche Spuren in der Briefstatistik hinterlassen. Deutsche Post DHL spricht in einer Investorenpräsentation von der Beendigung einer "high-volume leaflet distribution". Welcher Kunde gemeint ist, nennt der Konzern nicht. Mehrere Paketda-Leser vermuten Kaufland - zeitlich würde das zur von Kaufland selbst verkündeten Umstellung der Prospektzustellung passen.
Im Bereich Dialogmarketing der Deutschen Post brach die Sendungsmenge im 2. Quartal 2026 um 28,7 Prozent ein im Vergleich zum Vorjahresquartal. Der Konzern bezeichnet den zusätzlichen Rückgang als vorübergehend und führt ihn auf das Ende eines Großauftrags zurück. Höchstwahrscheinlich ist damit Kaufland gemeint.
Spannend ist gleichzeitig die Entwicklung im Paketgeschäft. Die Paketmenge in Deutschland stieg nur um 1,6 Prozent, der Umsatz aber um 5,3 Prozent. DHL selbst spricht von steigenden Erlösen je Sendung. Rein rechnerisch wurden im 2. Quartal 2025 ca. 3,97 Euro Umsatz je Paket erzielt, im 2. Quartal 2026 waren es 4,11 Euro je Paket.
Noch deutlicher ist der Effekt bei DHL Express. Dort sank die Zahl internationaler Expresssendungen pro Tag sogar um 2 Prozent, gleichzeitig stieg das transportierte Gewicht um 9 Prozent. DHL beförderte also weniger, aber deutlich schwerere Sendungen und konnte daraus mehr Ertrag holen.
Zusätzlich spielte dem Konzern die angespannte Lage im Luftfrachtmarkt in die Karten: Rund 150 Millionen Euro Ergebnisbeitrag führt DHL auf Kapazitätsengpässe zurück. Das EBIT von DHL Express sprang dadurch im zweiten Quartal um 64 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro.
Quellen: dhl.com | supermarkt-inside.de | kaufland.de