Verlorene Pakete: Post-Mitarbeiter müssen zahlen

Wie die Hamburger Morgenpost unter Berufung auf den Radiosender NDR Info und die Gewerkschaft Verdi berichtet (Artikel hier), soll die Deutsche Post von ihren Mitarbeitern teilweise Schadenersatz verlangen, wenn durch grob fahrlässiges Handeln Pakete verloren gegangen sind. Dazu gehören z.B. in der Nachbarschaft abgegebene Pakete, die nicht beim richtigen Empfänger ankommen.

Laut Verdi soll der Konzern Deutsche Post DHL im Jahr 2013 fast 1 Million Euro durch Regressansprüche gegen Mitarbeiter eingenommen haben. Das solle im Vergleich zu 2 Vorjahren eine Steigerung um 60 Prozent sein.

Unüblich ist es nicht, dass Paketdienste bei Regelverstößen von ihren Mitarbeitern Geld fordern. So deckte Undercover-Reporter Günter Wallraff bei GLS 2012 einen ähnlichen Fall auf. Dort wurden Mitarbeiter sogar für ungewaschene Paketzustellautos mit Strafgeldern belegt.

Zu den Vorwürfen von Verdi sagte die Deutsche Post gegenüber NDR Info, die Verrechnung von Regressforderungen mit Gehaltszahlungen an Mitarbeiter sei legal und erfolge immer erst nach eingehender Prüfung der Sachverhalte. Das Vorgehen sei sowohl gesetzlich als auch tarifvertraglich erlaubt.

Die Gewerkschaft Verdi findet hingegen drastische Worte für das Verhalten der Post. So sagte Verdi-Bundesvorstand Rolf Bauermeister zum Radiosender NDR Info: "Die Post hat völlig überzogene Gewinnerwartungen und holt sich das Geld jetzt bei den Beschäftigten. Denen gegenüber ist das eine Riesensauerei."


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Kommentare von Lesern

am 20.04.2015:
Jedes Jahr 1-3 mal wird mir Geld abgezogen , weil Kunden behaupten , das Paket nicht erhalten zu haben , bzw ,absichtlich falsch unterschreiben . Da bei DHL der Kunde König und der Mitarbeiter mehr Sklave ist .. wird immer dem Kunden geglaubt.


am 01.11.2014:
Bei der Menge der verlorenen Paketen ist es sinnvoll den Postmitarbeitern klar zu machen das es so nicht weitergehen kann.
Jedes verlorene Paket ist für Absender oder / und Empfänger ein Verlußt. Oft ein nicht ersetzbarer Verlußt, der emotional oft zu Verzweiflung führt.
Der Geldersatz ist da kein "Ersatzt", da Geld "Unwiederbringliches" nicht wieder zurückbringen kann!

Soweit Verdi (die Gewerkschaft) den Verlußt von Postsendungen auf um 90% verringern kann, könnte man ggf. der Ansicht der Verdi zustimmen. Soweit die Verdi die Kosten der Verlußte (die durch diese Sendungsverlußte entstehen) übernehmen würde (die Deutsche Post, und damit den redlichen Postkunden entlastet) wäre es ggf. auch O.K.
Aber soweit der Postkunde (oft Privatpersonen) die Zeche für unaufmerksames oder fahrlessiges Handeln der Postmitarbeiter zahlen müssen (durch Porto, ggf. erneut erhöhtes Porto - wo soll das Geld den sonst herkommen) sollt Verdi einfach ruhig sein ("den Mund halten") und der Führung des Post-Konzerns zugestehen Maßnahmen gegen den "unverzeilichen" Verlußt von Postsendungen einzuleiten!


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