In Münster-Hiltrup erhielt ein Haushalt einen Testbrief an eine angebliche Empfängerin namens "Yildiz Hallenberger". Die Person existiert jedoch nicht. Trotzdem wurde der Brief zugestellt. Genau das hätte nicht passieren dürfen.
Laut Westfälischer Nachrichten wurde der Testbrief von der Quotas GmbH aus Hamburg versandt, um den Deutsche-Post-Zusatzservice "Premiumadress" zu überprüfen. Hierbei müssen Zusteller für unzustellbare Sendung den genauen Grund der Unzustellbarkeit festhalten, damit der Absender darüber (digital) informiert werden kann.
Paketda-Lesern dürfte Quotas insbesondere von Laufzeitmessungen bekannt sein. Aber das Unternehmen führt offenbar auch Qualitätstests im Auftrag der Deutschen Post durch. In der Testsendung war ein Brief mit folgendem Text enthalten:
Sehr geehrter Empfänger!
Dies ist ein Testbrief, der im Rahmen einer Überprüfung von Postdienstleistungen von uns (der Quotas GmbH) verschickt wurde.
Dieser Testbrief durfte NICHT zugestellt werden, da der oben genannte Empfänger nicht unter der oben genannten Adresse wohnt.
Damit soll überprüft werden, ob eine sogenannte "Verdacht-Zustellung" erfolgt.
Sollte dieser Testbrief bei Ihnen zugestellt worden sein, würden Sie uns einen großen Gefallen tun, wenn Sie uns über den Erhalt informieren.
Laut Zeitungsbericht verschickt Quotas jährlich rund 200.000 Testbriefe um Laufzeiten, Verlustquoten und die Zustellqualität zu überprüfen. Im hier vorliegenden Fall hätte der Zusteller den Brief nicht einwerfen dürfen, weil der Empfängername eine reine Erfindung ist. Der Test wurde also nicht bestanden.
Testsendung zur Qualitätsprüfung der Deutschen Post aufgetaucht
So berichtete Paketda im Oktober 2018
Vor einem Mehrfamilienhaus in Stuttgart-Möhringen ist eine herrenlose Warensendung aufgetaucht. Laut Stuttgarter Zeitung soll als Empfänger der Name Pappschachtel angegeben sein. Absender sei eine GmbH mit fünf Buchstaben mit einer Postfachanschrift in München. Informationen von Paketda zufolge handelt es sich dabei um die DPIHS GmbH, die "Deutsche Post InHaus Services GmbH".
Der Redakteur der Stuttgarter Zeitung beschreibt den Inhalt der Lieferung als bloße Verpackungschips sowie einen Begleitbrief, der aussieht, als sei er "irgendwie billig aus einem Fax kopiert". Hier der Wortlaut des Schreibens:
Betreff: Testsendung zur Qualitätsprüfung
Sehr geehrter Empfänger,
dies ist ein Testbrief, der im Rahmen einer kontinuierlichen Qualitätsprüfung zur Sicherstellung einer korrekten Bearbeitung versendet wurde. Dieser Testbrief sollte NICHT bei Ihnen zugestellt werden, da der auf der Sendung angegebene Empfänger nach unserer Kenntnis nicht unter der Adesse wohnhaft ist.
Sie können die Sendung daher einfach vernichten. Wir entschuldigen uns, wenn dieser Testbrief Sie gestört haben sollte.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Deutsche Post AG
Die Stuttgarter Zeitung erkundigte sich bei der Deutschen Post nach dem Einsatzzweck solcher Testsendungen. Pressesprecher Hugo Gimber sagte, damit werde überprüft, "ob die Vorgaben für Laufzeit und Zustellung eingehalten werden." In dem konkreten Fall soll die Versandart Warenpost getestet worden sein.
Aufgrund des erfundenen Empfängernamens "Pappschachtel" hätte der Zusteller den Karton gar nicht zustellen können und auch nicht vor dem Haus ablegen dürfen. Der Test ging also zu seinen Ungunsten aus.
Weitere Testsendung der Deutschen Post
Im Januar 2023 wurde der Paketda-Redaktion eine weitere Testsendung der Deutschen Post zugespielt, die im Rahmen eines Nachsendeauftrags verschickt wurde. Es handelte sich um einen DIN-lang-Briefumschlag, der als Priobrief an die alte Kundenanschrift adressiert war. Damit wollte die Post wohl überprüfen, ob die Weiterleitung zur neuen Anschrift korrekt funktioniert. Der Brieftext lautet:
Guten Tag,
dies ist ein Testbrief, der im Rahmen einer kontinuierlichen Qualitätsprüfung zur Sicherstellung einer korrekten Nachsende-Bearbeitung versendet wurde.
Wir bitten Sie, diese Sendung zu vernichten und etwaige Unannehmlichkeiten zu entschuldigen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Deutsche Post AG