Wie bei Erntehelfern: Deutsche Post DHL braucht mehr ausländische Saisonkräfte


In einer Zeitschrift, die die Deutsche Post an politische Entscheider verteilt, befürwortet Post-Lobbyist Volker Ratzmann "die Absenkung bürokratischer Hürden", um leichter Personal zu gewinnen.

"Ohne die Anwerbung von Arbeitskräften aus dem Ausland würden die für den Starkverkehr erforderlichen Zahlen schon lange nicht erreicht.", schreibt die Post in ihrer hauseigenen Lobbyzeitschrift.

Nicht nur in der Vorweihnachtszeit setzt die Post Aushilfen ein, sondern auch während der Urlaubssaison im Sommer. In den PLZ-Gebieten 64 und 65 unterstützen dann z.B. Studenten aus Polen (Paketda berichtete).

Nach Meinung der Deutschen Post wird die Ferienbeschäftigung ausländischer Schüler und Studierender "in Teilen sehr restriktiv gehandhabt." Der Konzern wünscht sich geänderte Verordnungen, ohne jedoch Details zu nennen.

Nikola Hagleitner, im Post-Vorstand zuständig für Post & Paket Deutschland, plädiert für eine Anerkennung als Saisongeschäft. Denn Deutsche Post DHL habe "absolute Hochphasen vor allem an Weihnachten, aber auch an Ostern". Hagleitner weiter: "Es wäre sehr hilfreich, wenn wir das Recht eingeräumt bekämen, Saisonkräfte einstellen zu können, so wie es etwa in der Landwirtschaft oder Sägewerken üblich ist."

Saisonkräfte dürfen auch aus Nicht-EU-Ländern angeworben werden, und für die Lohnsteuer gilt i.d.R. ein günstiger Pauschsteuersatz von 5 Prozent.

Nikola Hagleitner dringt außerdem auf "eine verlässliche Visavergabe im Rahmen der Westbalkanregelung". Hierbei prüft die Arbeitsagentur im Einzelfall die Erteilung einer Arbeitserlaubnis für Bürger aus Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Republik Nordmazedonien, Montenegro und Serbien. Voraussetzung ist u.a., dass der Antragsteller eine verbindliche Arbeitsplatzzusage aus Deutschland hat, also z.B. von der Deutschen Post.

Aktuell gelinge es der Deutschen Post DHL noch, "aufgrund ihrer guten Positionierung als bester Arbeitgeber der Branche und intensiver Rekrutierungsbemühungen", die meisten Stellen zu besetzen, heißt es in der Lobbyzeitschrift. Aufgrund der demografischen Entwicklung werde das Recruiting von Aushilfskräften aber zunehmend schwieriger.

Die Deutsche Post sieht deshalb Handlungsbedarf auf Seiten der Politik, um die regulativen Rahmenbedingungen zu verbessern. Das gelte nicht nur für die Post, sondern auch für viele andere Branchen, die unter Personalmangel leiden, wie z.B. Gastronomie und Handwerk.

Nikola Hagleitner



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Österreichische Post benötigt ebenfalls mehr Arbeitskräfte

Nachtrag vom Januar 2023: Der Chef der Österreichischen Post AG, Georg Pölzl, befürwortet eine "geordnete Zuwanderung" sowie einen späteren Renteneintritt. Das Regel-Pensionsalter in Österreich beträgt für Männer 65 Jahre und für Frauen 60 Jahre. Angesichts des allgemeinen Arbeitskräftemangels braucht die Österreichische Post mehr Mitarbeiter.

Quelle: kleinezeitung.at


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