Rund ein halbes Jahr nach der Ankündigung ist es soweit: Die Kooperation zwischen UPS und DeinFach startet. Erste Abholstationen mit UPS-Funktion sind jetzt im Standortfinder sichtbar. Warum die Umstellung schrittweise erfolgt und nicht flächendeckend alle Automaten auf einmal die UPS-Funktionalität erhalten, bleibt allerdings offen.
Während DHL-Pakete an DeinFach-Stationen per DHL-App verschickt und abgeholt werden können, ist für UPS-Pakete der Touchscreen und Scanner an der Station notwendig. Den Einlieferungsbeleg für aufgegebene Pakete stellt UPS per E-Mail zu.
Gegenüber spiegel.de teilte DPD im Februar mit, eine Kooperation mit DeinFach zu prüfen. Hierzu gibt es bislang noch keine Neuigkeiten.
So erscheinen die UPS-fähigen Stationen im Standortfinder:
Schafft DeinFach 1.000 Stationen bis Ende 2025?
Mitte Februar 2025 nahm das DHL-Tochterunternehmen "DeinFach" die ersten Paketstationen in Betrieb: Jeweils zwei in Köln und Bonn sowie eine in Berlin. Das Unternehmen gab die Zielmarke aus, bis Ende 2025 ca. 1.000 Stationen aufgestellt zu haben. Schwerpunkte sollten Berlin, Hamburg und das Ruhrgebiet sein.
Bei einer Paketda-Auswertung am 16. August 2025 waren allerdings erst 342 DeinFach-Automaten im Standortfinder gelistet. Um das 1.000er-Ziel noch zu erreichen, müsste DeinFach das Ausbautempo verdreifachen; und zwar von aktuell rund 50 auf 150 neue Automaten pro Monat. Realistisch scheint das nicht.
Beim Wettbewerber Myflexbox sieht es etwas besser aus: Zwischen März und August 2025 stieg die Zahl der Stationen von 437 auf 666. Um die Marke von 1.000 bis Jahresende zu knacken, wären ca. 75 Stationen pro Monat nötig. Bei einem Ausbautempo von ca. 50 Stationen pro Monat läge Myflexbox Ende 2025 bei ca. 900 Standorten. Das liegt knapp unter der selbstgesteckten Zielmarke, trotzdem wäre Myflexbox deutlich vor DeinFach.
Wie positionieren sich die Wettbewerber?
Seit Oktober 2024 arbeiten DPD und GLS an einem gemeinsamen Netzwerk aus Paketshops und Paketstationen (Paketda berichtete). Die Zielmarken variieren jedoch: Ex-GLS-Chef Achim Dünnwald sprach von 1.000 Stationen bis Ende 2025 und 5.000 bis Ende 2027. DPD-Chef Karsten Schwarz dämpfte die Erwartungen gegenüber der FAZ und nannte lediglich 3.000 Stationen bis 2027.
Parallel kooperieren GLS und DPD mit Myflexbox, deren Stationen laut spiegel.de bis 2030 auf "mindestens 5.000" anwachsen sollen. Möglicherweise beziehen sich die von Dünnwald genannten Zahlen nicht ausschließlich auf eigenbetriebene Paketstationen, sondern beinhalten auch Stationen von Drittanbietern wie Myflexbox und DeinFach. GLS wollte sich gegenüber Paketda nicht zu konkreten Zielmarken beim Ausbau der Paketstationen äußern.
Als DHL-Tochterunternehmen könnte es für DeinFach schwierig sein, andere Paketdienste von einer Zusammenarbeit zu überzeugen. Das Verhältnis zwischen der DHL Group und seinen Wettbewerbern ist seit jeher angespannt und von gegenseitigen Vorwürfen geprägt. Jahrzehntelang hielt DHL das Packstation-Netz exklusiv, erst der Druck durch neue Anbieter wie Myflexbox zwingt den Konzern nun zum Umdenken.
DeinFach-Geschäftsführer Lukas Beckedorff räumte gegenüber nw.de zudem ein, dass die Integration des DeinFach-Systems in Apps anderer Paketdienste "eine große Herausforderung" sei. Ob Wettbewerber wie DPD und GLS diesen hohen Integrationsaufwand auf sich nehmen, um damit letztlich die Reichweite einer DHL-Tochter zu stärken, ist fraglich.