Corona in zwei Paketzentren der Österreichischen Post: Bundesheer hilft bei Notbetrieb

Brief- und Paketzentrum in Wien-Inzersdorf
An zwei Standorten der Österreichischen Post wurden laut kurier.at Dutzende Mitarbeiter positiv auf Corona getestet. Es handelt sich um das Paketzentrum Hagenbrunn (bei Wien) sowie das Brief- und Paketzentrum in Wien-Inzersdorf (Foto oben).

Dem Boulevardportal oe24.at zufolge seien beide Sortierzentren "seit Freitag völlig lahmgelegt" und es hätten sich 250.000 Pakete aufgestaut.

Kurier.at und oe24.at berichten übereinstimmend, dass das österreichische Bundesheer eingesetzt wird, um ab Montag einen Notbetrieb aufzubauen. Laut oe24.at müssen alle 371 Mitarbeiter des Paketzentrums Hagenbrunn in Quarantäne. Nachdem am Samstag unter Polizeiaufsicht die letzte Schicht gearbeitet wurde, habe das Bundesheer mit der Desinfektion des Paketzentrums begonnen.

Kurier.at schreibt, dass das Bundesheer "den verbliebenen Post-Mitarbeitern unter die Arme greifen" solle. Das würde bedeuten, nicht alle müssen in Quarantäne. Auf Anfrage von noe.ORF.at sagte ein Post-Sprecher, dass 30 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Krankenstand seien.

Das Bundesheer soll wohl bis Ende Mai eingesetzt werden und von der Österreichischen Post bezahlt werden. Ob Armeeangehörige auch den Betrieb in Wien-Inzersdorf unterstützen sollen, wurde laut Kurier.at noch nicht entschieden. Dort wurden angeblich 30 Infektionen festgestellt.

Oe24.at schreibt, dass der Österreichischen Post von Leiharbeitsfirmen Asylbewerber vermittelt wurden, die Corona in die Sortierzentren eingeschleppt haben sollen. Angeblich wurden "mehrere Dutzend" der Leiharbeiter bereits frühzeitig positiv auf Corona getestet, sie flohen jedoch aus einem Quarantänezentrum und tauchten dann bei zwei Leiharbeitsfirmen auf, die sie an die Post vermittelten.


Update vom 18.05.2020

Die Österreichische Post bestätigte in einer Pressemitteilung, dass man das Bundesheer zur Unterstützung angefordert habe. Zusätzlich zum Paketzentrum Hagenbrunn wird auch das Paketzentrum Wien-Inzersdorf von der ABC-Abwehr des Bundesheeres desinfiziert und anschließend von Armeeangehörigen betrieben.

Mitarbeiter der Österreichischen Post weisen das Bundesheer in den Betrieb ein und leiten das Personal an. Der Einsatz des Heeres betrifft nur die Arbeit in den Paketzentren und nicht in der Paketzustellung.

In Wien-Inzersdorf betreibt die Österreichische Post ein Briefzentrum und ein Paketzentrum; beide sind räumlich voneinander getrennt. Von den zuvor beschriebenen Maßnahmen ist nur das Paketzentrum betroffen. Die Post teilte mit: "Der Betrieb des Brief-Zentrums läuft wie gewohnt weiter, kleinformatige Paketsendungen werden seit Ende vergangener Woche zur Entlastung der Paket-Logistikzentren dorthin sowie an andere Paket-Logistikzentren in Österreich umgeleitet."


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